Schwedische Schwarzwaldtorte

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Ein klassisches Rezept für eine leckere Torte mit einem Namen, der meistens verdreht ausgesprochen wird, da die Kombination sch – z aus unerfindlichen Gründen für viele Schweden nicht zu meistern ist. Ist ja egal, so lecker, wie diese einfache Torte schmeckt. Sie sieht auch ganz nett aus, bis man das Messer ansetzt… Hier geht es zum Rezept. Und zwar ist dieser Klassiker nicht zu bekommen, wenn die Torte nicht selbst gemacht wird, weil sie sofort nach dem zusammenlegen serviert werden muss, um knusprig zu bleiben. Aber mit der Schwarzwälder Kirschtorte hat sie nichts zu tun. Den Namen hat sie bekommen, weil schwarze Baumstämme um die Torte aufgestellt sind.

 

Janssonbällchen

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Wer noch kein Karfreitagsfischgericht ausgesucht hat, kann schnell und einfach die Janssonbällchen nachmachen. Ich bin ja leider selbst nicht so kreativ, aber immer auf der Suche nach kreativen Ideen, und diesmal bin ich hellauf begeistert. Ihr wisst ja, Janssons Versuchung schmeckt ganz lecker, aber zerläuft immer auf dem Teller, und für eine große Familie reicht kaum ein Backblech voll, weil Jansson irgendwie so voluminös ist. Küchenchef Stefan Ekengren, dessen Blog ich gerne lese, hat Janssons Versuchung in Bällchenform umgewandelt. Die Bällchen schmecken genau wie der Auflauf und sehen recht chic aus, auch wenn meine Fotos nie einen Preis gewinnen würden. Superidee, Stefan! Zum Rezept geht es hier. Einfach etwas hinunter scrollen.

Frohe Ostern wünsche ich Euch! Wenn nicht alles schief geht, werde ich nach den Feiertagen eine hübsche Torte vorstellen. Drückt mir die Daumen!

Schwedisch essen

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Die Briefmarkenheinis haben nicht nur Königin Silvia neu abgebildet, sondern auch das, was sie für schwedisches Essen halten, abgebildet; Tacos, Sushi, Kebab, Pasta und Hamburger. Und gnädigerweise Hering. Dann könnten ja die ganzen neuen Köche, die sich für die moderne schwedische Küche einsetzen, wieder einpacken.

Ich habe ein paar Sites ergänzt, und zwar Weihnachtsschinken mit Schinken à la Kajsa Warg, die legendäre Köchin und Kochbuchautorin. Es ist zwar nicht Weihnachten, aber es gab gepökelten Backschinken im Angebot, was selten genug vorkommt, also habe ich zugeschlagen. Dann habe ich bei Snacks ein neues Bild bei den Kaviarröllchen zugefügt: Blätterteig mit Kaviarcreme, Dill und etwas Käse. Und dort findet man auch die Champagnerkekse mit Parmesan, die gut zum Wein passen! Eine schöne Zeit wünsche ich Euch!

Silberkuchen oder Eiweißkuchen

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Hausfrauen in allen Ländern (?) neigen dazu, Reste zu verwerten. Und was macht man mit Eiklar, das übrig geblieben ist? Für Ostern mache ich, glaube ich, eine traditionelle schwedische Baisertorte mit einem deutschen Namen (mehr erzähle ich wenn es so weit ist); sonst ist Margretetorps Spezialdessert sehr für diese Art von Resteverwertung geeignet – lecker, aber unglaublich süß. Auf deutschen Sites habe ich Soufflés und Schokokuchen gefunden, die ich mir merken werde. Im Gefrierschrank hat sich nämlich seit Weihnachten ziemlich viel Eiweiß angestaut. Hier geht es zum Rezept für einen einfachen schwedischen Kuchen mit Zitronengeschmack, der allerdings den noblen Namen Silberkuchen trägt. Sehr einfaches Rezept und mit der Aromatisierung (Zitrone) auch lecker. Viel Spaß mit der Resteverwertung!

Brotlaib mit Pomeranzen

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Pomeranzen sind Bitterorangen und die Schalen sind in der traditionellen schwedischen Küche nicht wegzudenken. Ich glaube, Orangeat macht man auch aus Pomeranzen, und vielleicht wäre es möglich, Orangeat ganz klein zu hacken, wenn man keine Pomeranzenschale aus Schweden bekommt. Im Moment gibt es sie wieder gemahlen im Gewürzregal. Ein Jahr war es völlig unmöglich, sie zu bekommen, weil sie angeblich nicht gefragt wurden. Dafür gab es ganze Schalen, die man zwar kochen, abziehen und klein hacken kann, aber sonst nur für Glögg zu verwenden sind. Letztes Jahr gab es wieder die Tüten mit gemahlenen Pomeranzschalen im Gewürzregal. Zum Glück!

Buttermilch gibt es auch wieder, habe ich gehört. Der Vorgänger von Arla hatte sie vor Jahrzehnten aus dem Sortiment genommen. Keine Ahnung warum, und was man mit der Buttermilch all die Jahre gemacht hat (ist ja ein Nebenprodukt, das eh anfällt – vielleicht wurde die Buttermilch an Tiere verfüttert). Bloß weiß natürlich keiner mehr, wozu man Buttermilch braucht. Es ist so ähnlich wie mit Quark. Quark gab es früher jahrelang (vielleicht niemals) auch nicht. Deshalb auch keine Rezepte. Dann wollte Arla Quark verkaufen und musste Rezepte unter die Leute bringen. Auf den Gedanken, einfach bewährte Rezepte aus dem deutschsprachigen Raum zu benutzen, kam Arla aber nicht. Dafür hat die Firma die Leute so massiv bearbeitet, dass viele heutzutage meinen, einen gescheiten Hefeteig kann man nur mit Quarkeinlage machen. Was Quark ist.

Zum Rezept für das Pomeranzbrot geht es hier. Außerdem habe ich einen Link auf der Seite von Sötlimpa gesetzt.

Partyhit – Lachscroissants!

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Meine geliebten Schinkencroissants habe ich nun mal in Lachscroissants umgewandelt und der Snacks-Seite zugefügt. Wer einmal Hefeteig backen gelernt hat, wird diese leckere Teilchen in nullkommanix nachmachen können. Die Kombination Frischkäse und Räucherlachs ist fast noch besser als Frischkäse und Schinken. Statt Kümmel habe ich diesmal Dillsamen als Deko darüber gestreut. Die Dillsamen bekommt man z. B. im Gewürzregal in jedem schwedischen Lebensmittelladen. Hier geht es zum Rezept.

Praktischerweise lassen sich die Croissants überall mitnehmen, wenn man irgendwo etwas zu knabbern braucht. Und wir haben ja Mitgliederversammlung Ende der Woche. (Keine Bange, liebe Mitglieder, ich habe die Teilchen gleich eingefroren, ihr bekommt keine wochenalte Lachscroissants!)

Was die Skandinavier wirklich essen

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Ja, die drei kleinen Schnittchen mit dem Schnaps vorweg (Ersatz für das Smörgåsbord vor dem Essen) zum Beispiel nicht mehr.

Ihr wisst ja wie es im Internet ist. Eins führt zum Anderen. Da habe ich Stefan Ekengrens Blog gelesen, wo er sich enttäuscht über die Bewertung im White Guide zeigt, schwupps habe ich diese Site aufgerufen und da finde ich ein Interview mit dem Koch Magnus Nilsson, der ein Buch über die nordische Küche geschrieben hat – das ich nicht gelesen habe, muss ich zugeben. Magnus Nilsson ist der Küchenchef von einer sehr vornehmen Alm, Fäviken in Jämtland, wo Speisen serviert werden, von denen niemand vorher gehört hat. Oder so ähnlich. (Und der Besitzer einer Wurstfabrik und ein paar hochklassigen Wurstbuden im Raum Stockholm.) Aber in seinem Buch The Nordic Cook Book hat er auch Rezepte gesammelt, die wirklich im Umlauf sind. Doch zunächst haben Leute für sein Projekt mit vor allem so etwas wie „Omas traditionelles Heringsrezept“ beigetragen, das allerdings aus einer Wochenzeitschrift von 1983 oder so ähnlich stammte. Magnus Nilsson hat weiter geforscht und viele Ähnlichkeiten zwischen der schwedischen, norwegischen und dänischen Küche gefunden, und festgestellt, das die Finnen sich etwas mehr von den anderen unterscheiden. Dort ist die Küche oft sehr russisch angehaucht. Lustig: Der Krustenbraten in Dänemark hat ein Streifenmuster (so wie in Franken?), aber die Norweger wollen ihn mit Rauten essen. Aber natürlich ist er in beiden Ländern (so wie in Bayern) eine Art Nationalgericht.

Über die Entstehung moderner schwedischer Gerichte weiß er einiges. Ich selbst höre ja immer wieder von Deutschen, dass sie den schwedischen Kladdkaka so toll finden. Dabei war er zu meiner Zeit kein Begriff (für mich). Damals, als ich als Studentin die Großstadt erkundigte,  war der Mandelkuchen der Renner. Magnus Nilsson erklärt, dass das Rezept des Kladdkaka zum ersten Mal im Jahr 1972 belegt ist. Er spricht im Interview auch von dem famösen Taco-Pie. Irgendwann mal hörten die Leute mit dem „Süßigkeiten darf man nur samstags essen“ aus meiner Kindheit und fingen mit „freitags machen wir uns vorm Fernseher mit Tacos gemütlich“. Neue Zeiten, neue Sitten. Aus den Tacos wurde eine vereinfachtes Gericht mit Hackfleisch, Gewürzmischung und Mürbeteigboden. Meine spontane Theorie dazu, ist dass junge Mütter es einfach Leid wurden, dass ihre Sprösslinge den Inhalt ihrer Tacos über das neue Sofa kleckerten.

Das Kochbuch gibt es bei Amazon für etwa 30 €. Ein paar Kartoffelrezepte daraus ganz kostenlos findet man in der Guardian. Zum Beispiel Braendende kaerlighed (Heiße Liebe!) aus Dänemark, das jetzt gar nichts mit der heißen Liebe – Vanilleeis mit heißer Himbeersauce – zu tun hat, die man (früher?) in deutschen Theaterfoyers in der Pause bekam. Eine gescheite Beschreibung vom Buch findet man hier. Wie gesagt, ich kenne es nur vom Internet.

The White Guide, übrigens, listet tolle Restaurants. Ich glaube, ich habe niemals in einem White-Guide-Restaurant gegessen, aber ich kenne eins (wahrscheinlich nicht von den Top-Restaurants, aber immerhin), weil es irgendwie in einer Art Naturkundemuseum vor Schloss Läckö integriert ist, und ich muss gestehen, dass mich das Ambiente und das angeschlagene Menü nicht vom Hocker reißt (ich war schon öfters dort). Entweder ist aber das Essen viel interessanter als es klingt, oder die wunderbare Umgebung wertet für die White-Guide-Leute die Kantinenatmosphäre auf. Da sitzt man nämlich auf dem Präsentierteller, wenn erwartungsvolle Schulklassen und Rentnergruppen zuerst am Fenster vorbei streichen und dann hereinlatschen. Gemütlich ist was anderes. Aber besucht gerne Schloss Läckö bei Lidköping in Westschweden. Es ist richtiges Märchenschloss!