Ein Rezept aus der Heimat

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Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich das Gericht von früher kenne. Zu meiner Zeit gab es praktisch nur viereckigen TK-Fisch. Man kann ja noch froh sein, dass die Wissenschaft noch nicht diese ersehnten Pillen erfunden hatten, die alle Mahlzeiten ersetzen sollten, und von denen unsere Lehrer schwärmten. Später gab es wieder gescheites Essen, und die alten Rezepten kamen aus der Mottenkiste, wobei noch viel dort zu holen wäre. Zum Beispiel dieses einfache Saiblingsrezept aus Västergötland. Will sagen, einfach zu kochen. Der Preis für Zuchtsaiblinge in Bayern ist eher gehoben. Doch wurden diese Fische 3 Jahre in einer schönen voralpenländlichen Landschaft gehegt und gepflegt, bevor sie noch lebendig aus dem Bassin geholt und schon ein paar Stunden später aufgetragen wurden. Wie man ganze Saiblinge im Ofen brät und eine nette Sauce dazu macht, steht hier.

Aus dem Urlaub zurück

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Als wir in Schweden ankamen, konnten wir feststellen, dass das Land von Nacktschnecken invadiert worden war. In Schweden nennt man sie Mörderschnecken, weil sie so gefräßig sind. Wir haben sogar einen Friedhofsgärtner getroffen, der Mitglied in einer Facebookgruppe ist, die sich wir-die-wir-mörderschnecken-hassen nennen. Ich habe ihm gefragt, wie viele Mitglieder sie waren, und er hat gemeint, genau 46. Ich hätte sonst auf 46.000 getippt. Mörderschnecken ist dieses Jahr das große Thema in Schweden, wenn man sich trifft.

Wie auch immer. In der zweite Woche wurde das Wetter recht angenehm und wir haben Westschweden von oben aus gesehen, und zwar waren wir auf dem Aussichtsturm auf Kinnekulle, unser Heimatberg, der ohne Turm über 300 m hoch ist (hehe). Oben angekommen, konnte ich faststellen, dass jemand das Wort „Grynkorv“ am Gelände geritzt hatte. Das ist nämlich die Grützenwurst, die man nur in Skaraborg findet (es gibt auch einen Förderverein, namens Freunde der Grützenwurst), und somit wäre ich wieder beim Kulinarischen. Selbstverständlich habe ich wieder nach Kochbüchern im Second-Hand-Laden in Götene gestöbert. Und dort war es auch proppevoll mit Kunden, denn, was kann man sonst in Götene machen, wenn der Regen schüttet? Ein tolles Kochbuch mit Heimatrezepten aus Västergötland war mein bester Fund. Wenn ich dazu komme, werde ich ganz sicher etwas aus dem Buch vorstellen.

Zuerst einmal. Der Holunderblütenwein, den ich im Frühsommer angesetzt hatte (in Småland blühte der Holunder noch teilweise auf der Rückfahrt!) war fertig und ist toll gelungen. Man soll ihn einfach in Ruhe lassen, dann verschwindet die Kohlensäure von selbst. Hier geht es zum Rezept.