Prinsesstårta – Prinzessintorte

Oben sieht man meine beste Prinzessintorte bis jetzt. Ich lasse das andere Rezept unten aber stehen. Dieses neue Rezept ist noch viel ausführlicher (auf Schwedisch) mit einem wunderschönen Bild hier zu finden. Bei Lyckas med bakning gibt es überhaupt supertolle Anleitungen.

Prinzessintorten sind am schönsten wenn sie nicht allzu groß sind. Das Rezept ist für 20 cm. Wenn der Boden zu groß ist, kann man den Deckel einer Keksdose dieser Größe als Hilfe beim verkleinern benutzen. Außerdem braucht man einen schönen Vanillepudding, Sahne, Marzipanrohmasse und TK-Himbeeren. Aus irgendeinem Grund soll man noch gefrorenen Beeren nehmen. Ich habe noch einen Boden aus Mürbeteig druntergelegt und mit Himbeergelee bestrichen. Aber in Schweden steht man eher auf richtig durchzogene Torten.

Für den leckeren Vanillepudding, der am Vortag gemacht werden soll, damit er sich entfaltet:

250 ml Milch

60 g Eigelb, bitte abwiegen, aber es sind etwa 3 Stück

60 g Zucker

1/2 Vanilleschote

3 EL Speisestärke

15 g Butter

Vanille aus der Schote ausschaben und mit etwas vom Zucker mit einem Messer ausdrücken, damit sich die Vanilleklumpen lösen. Milch mit Vanille und Schote aufkochen und dann 10 Minuten stehen lassen, damit der Geschmack aus der Schote herausgezogen wird. Schote herausnehmen. Eigelb verrühren und dann mit Zucker und Speisestärke luftig schlagen. Die heiße Milch darüber gießen und dabei rühren. Dann zurück in den Topf geben vorsichtig erhitzen – immer rühren – bis die Creme richtig anzieht. Man darf nicht zu zaghaft sein und zu früh aufhören. Die Creme muss dick, aber nicht zum Rührei werden. Dann die Butter unterrühren und noch ein paar Minuten rühren. (Aber aufpassen.) Dieser Pudding ist wirklich lecker. In eine weite Schüssel durch einen Sieb geben und Plastikfolie direkt auf die Oberfläche luftdicht legen (die Folie muss aber Hitze vertragen, steht auf der Packung drauf). Kalt stellen.

Am nächsten Tag (Boden und Vanillepudding sind schon fertig):

Den Boden in drei Scheiben teilen, wenn er nicht schon fertig gekauft ist. Ggbf. den Mürbeteigboden ganz unten legen und mit Himbeergelee oder -konfitüre bestreichen. Den oberen Teil des Bodens drauf mit der Backseite  nach oben. Etwas Pudding darauf bestreichen und noch einen Ring aus Pudding 2 cm vom Rand spritzen. Innerhalb des Ringes 80 g TK-Himbeeren (am besten Bio-, denn zumindest in Schweden gab es immer wieder Probleme mit Bakterien in TK-Import-Himbeeren) verteilen. Ich habe noch 1 EL Zucker darüber gestreut, denn ich glaube, TK-Himbeeren sind in Schweden gezuckert. Pudding über die Himbeeren verteilen.

Den unteren Teil des Bodens mit der Unterseite nach unten zu den Himbeeren hin drauflegen. (Jetzt ist der mittlere Teil übrig.) 500 ml Sahne schlagen. Es sollte 40%-iger sein, aber wenn man keine Konditorsahne bekommt (woher denn?), würde ich vorschlagen, Sahnesteif zur 32%-en Sahne zu geben. Einen guten Klecks Sahne zum Rest Pudding geben und verrühren. Diesen Sahnepudding auf den Boden aufstreichen. Darauf fast die ganze Sahne geben und mit der Palette kuppelförmig aufstreichen. Zum Schluss den letzten Boden (Mittelboden) vorsichtig legen und mit dem Rest Sahne bestreichen. Die Sahne soll nur den Marzipan Halt geben. Für 30 Minuten kalt stellen.

In der Zwischenzeit 500 g Marzipanrohmasse (man braucht so viel um arbeiten zu können, aber es wird viel übrig bleiben) mit Farbe verarbeiten. Grün ist die klassische Farbe, aber es gibt andere Möglichkeiten. Im Handel gibt es zur Not fertige Marzipandeckel, aber in Deutschland habe ich nur naturfarbene gesehen. Angeblich gibt es auch roséfarbige Deckel bei Real (?). Dann auf Puderzucker 2,5 mm dick ausrollen und mit Hilfe des Ausrollers über die Torte heben und drauf platzieren. Jetzt vorsichtig mit den Händen die Seiten faltfrei hinbekommen. Es geht schon. Zum Schluss den überflüssigen Marzipan abschneiden. Die Torte mit Puderzucker dekorieren. Ich habe noch eine Rose gemacht. Es hat auf Anhieb geklappt. Kügelchen flach drücken und die Blättchen von Innen nach Außen über einander legen.

Eine nicht ganz so schöne Torte:

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Wer kennt nicht die Prinzessintorte, die liebste Torte der Schweden? Sie ist auch so einfach zu machen, wenn man ganz oder teilweise auf Fertigprodukte zurückgreif. Man nehme:

Ein Biscuitboden

Himbeermarmelade (womit der untere Boden bestrichen wird, bevor der Pudding darauf kommt)

Vanillepudding zwischen den Böden (deutscher Vanillepudding aus der Tüte ist vielleicht etwas zu fest, aber man kann sie mit Schlagsahne auflockern)

Schlagsahne auf dem oberen Boden, gerne als Kuppel, wenn man es sich zutraut

Eine grüne Marzipandecke

Puderzucker, eventuell auch eine Marzipanrose als Deko

Wer sich einer besonderen Herausforderung stellen möchte, kann natürlich alles selbst machen. Die Hobbybäcker in The Great British Bake Off 2014 haben nicht nur die Marzipandecke, sondern auch die Konfitüre selbst hergestellt. Siehe hier das Rezept auf Englisch.

Die Prinzessintorte auf dem Bild habe ich (wahrscheinlich) zur Hochzeit von Kronprinzessin Victoria gemacht. Die Marzipandecke habe ich selbst eingefärbt und ausgerollt. Von einer sehr geübten Prinzessintortenbäckerin habe ich seitdem erfahren, dass sie die Decke auf Weizenmehl ausrollt, aber sonst wäre, denke ich, Stärke oder Puderzucker eine gute Variante. Plastikfolie ist nicht wirklich breit genug und macht Falten, geht aber auch.

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