Ein neues und ein sehr altes Heringsrezept

Dieses Jahr sind eingelegte Heringe mit Zitrone und Honig angesagt. Das ist eine sehr schöne Kombination. Hier habe ich sie ausgetestet. Wenn ich das nächste Mal nach Schweden fahre, will ich probieren, ob meine Variante Ähnlichkeiten mit dem Heringsglas aus dem Kühlregal hat.

Wenn ich so in meinen alten Kochbüchern vom Flohmarkt blättere, sehe ich, dass alle diese Heringsgläser ziemlich neumodisch sind. Früher gab es vielleicht Glasmeisterhering, mehr nicht. Hering hat man ganz anders gegessen, vor allem sehr rustikal. Nicht mal in den einigermaßen modernen Kochbüchern aus den 50ern findet man besonders viele Rezepte in der Art wie man heute Hering einlegt. Dafür gibt es viele Rezepte, die inzwischen fast vergessen sind. Für Karfreitag habe ich die „Kleinen falschen Heringspasteten“ von Gustafva Björklund, 1882, gemacht. Dieses Kochbuch kann man übrigens im Internet herunterladen.

Die Pastetenförmchen sind aber nicht vorgesehen, sondern nur Blätterteigtaler. Da ich aber welche übrig hatte (das Rezept ist bei den Janssonvariationen abgespeichert), weil ich Hackfleischpasteten nach dem Rezept von Goethes Oma (Frankfurter Pasteten, die aber auf diesem Blog nichts zu suchen haben) gemacht habe, boten diese sich an.

Die „falschen“ Heringspasteten sind ohne extra Hackfleisch, im Gegensatz zu den „echten“. Hier geht es zum Rezept.

Kartoffelbrot

Das Kartoffelbrot, das ich hier beim Bäcker kaufe, ist ganz anders als dieses Kartoffelbrot aus den Kriegsjahren. Ich habe immer Kartoffelbrot ganz lecker gefunden, aber wahrscheinlich war es früher völlig unvorstellbar, dass man Kartoffeln ins Brot mischte. Neulich habe ich zum Beispiel eine Sendung über die Kriegszeit in England gesehen. Dort hat man sinngemäß gesagt: „Damals hat man alles Mögliche ins Brot gemischt, ums Getreide zu strecken, sogar Kartoffeln.“

Dies ist jedoch ein typisches schwedisches Brot, wo eben auch Kartoffeln drin sind. Fett gibt es nur um die Form einzufetten, aber vielleicht könnte man auch das Brot „formlos“ backen, dann würde man ja nur etwas Fett fürs Blech brauchen (Backpapier gab es nicht). Es ist Zuckerrübensirup drin, Roggen- und Weizenmehl, Hefe und zusätzlich Natron. Persönlich mag ich lieber Brot ohne Natrongeschmack. Deshalb werde ich dieses Brot wahrscheinlich nicht wieder backen. Aber probiert es gerne!

Landschaftsgerichte

Saibling mit Sahnebeilage ist das traditionelle Landschaftsgericht von Härjedalen. Vor allem die Sahnebeilage gab es früher an allen hohen Festtagen.

Närke oberhalb vom Vätternsee stellt als neues Landschaftsgericht Hohe Rippe im Dunkelbier vor.

Am Wochenende habe ich beide Gerichte getestet und für gut befunden. Wer für die hohe Rippe kein Großmachtsbier findet, kann auf ein anderes Dunkelbier zurückgreifen!

Viel Spaß beim Nachkochen!

April, April…

Mir fallen keine Scherze zum 1. April ein. Die Lokalblätter früher hatten es drauf. Damals hat man auch alles geglaubt, was in der Zeitung stand. Bei uns wurde einmal behauptet, dass der Müllabfuhr abgeschafft worden sei, und dass jeder mit seiner Tüte zum Marktplatz gehen soll. Da wurden die Hereingelegten von den Zeitungsfritzen und Fotografen im Empfang genommen. Wenn jemand auf ein Aprilscherz hereinfällt, dann sagt man in Schweden:

April, april, du dumma sill!

Jag kan lura dig vart jag vill!

Dass Heringe dumm sind, ist natürlich gut möglich. Wer hat schon ein intelligentes Gespräch mit einem Hering geführt? Aber hier handelt geht es wohl eher darum, ein Reim auf „vill“ zu finden. Frei übersetzt: „Ich kann dich überall hin locken!“ Außerdem hat es vielleicht mit dem französischen „Poisson d´Avril“ zu tun, aber darüber habe ich noch keine Recherchen angestellt.

Stattdessen habe ich meinen Blog mit Rezepten ergänzt. Hier geht es zu einem kleinen Smörgåstårta, hier zu Apfelmusküchlein, hier zu einem sehr leckeren Brot!

Update: Es gab dieses Jahr einen gelungenen Aprilscherz: Die Schwedische Kirche behauptete am 1. April, dass der Kirchenkaffee und überhaupt Kaffee trinken in der Kirche aus Umweltgründen abgeschafft werden sollte. Auch weil Pfarrer angeblich 20% ihrer Dienstzeit mit Kaffee trinken verplempern. Die Leute waren entsetzt!!! Und kaum einer kam darauf, dass es ein Scherz sein könnte.