Holunderblütenwein

Holunderblütenwein

Dies ist mehr oder weniger das Rezept, das im Internet unter dem Namen Huset Bergstedts fläderblomsvin läuft. Der größte Unterschied ist die längere Gärzeit. Dadurch verschwindet die Kohlensäure ganz von selbst und die mühsame Zerschlagung mit einem Schneebesen (!) erübrigt sich. Außerdem sinken mehr Partikel zum Boden in der längeren Zeit. Es kann natürlich sein, dass sich später mehr Bodensatz ansammelt. Klärung von Wein war noch nie meine Stärke, aber den Holunderblütenwein habe ich schon oft gebraut. Er wird immer ganz trocken (weil ich die Gärung nicht unterbreche und auch keinen Zucker nachträglich zufüge, siehe Originalrezept) und diesmal, dadurch dass er länger stehen durfte, war der Geschmack noch viel besser als sonst. Es kann nicht schaden, irgendwo Allgemeines übers Weinbrauen nachzuschauen bevor es los geht. Wahrscheinlich lohnt es sich auch, sich im Internet über Material zu informieren. Die Hygiene ist sehr wichtig. Ich reinige meine Kunststofffässer immer mit etwas Maschinenspülmittel, da Handspülmittel angeblich nicht gut ist. Essig kommt nicht in Frage!

120 schöne Holunderblütendolden (nur die Blüten, nicht das Grüne) mit 90 ml Zitronensäure (Tipp: In Schweden bei ÖoB in Großpackung im Gewürzregal kaufen) in einer großen hitzebeständigen Schüssel (etwa 6 l) l vermengen und 4 l kochendes Wasser darüber gießen. Alles was braun wird, muss weg, das schmeckt nur wie Stroh.

Am nächsten Tag die Blüten durch ein Tuch sieben. 2,4 kg Zucker und 2,4 l Wasser aufkochen und bis zum nächsten Tag abkühlen lassen. Ich koche noch so viel Wasser auf, wie möglich und lasse es abkühlen, aber wahrscheinlich kann man am nächsten Tag einfach das ganze Wasser direkt aus der Leitung holen.

Am dritten Tag das Holunderblütenwasser wieder durch ein Tuch gießen, aber den Bodensatz zurückhalten. Jetzt ist ein großes Gefäß wichtig, 30 l. (Gibt es bei z. B. Dehner, oder noch günstiger bei z. B. ÖoB in Schweden – wenn nicht schon wieder ausverkauft.) Dann das Zuckerwasser zugeben, und außerdem 12 l Wasser (zum Teil eventuell gekocht). Jetzt Weinhefe für 20 – 30 l Wein zufügen. Ich kaufe meistens getrocknete Weinhefe in Schweden. Er hält sich lange und ist günstig (ÖoB oder Ica). Sonst kann man Fläschchen z. B. bei Dehner kaufen, wobei man sich überlegen müsste, welche Sorte in Frage kommt. Der Hefe wird mit etwas Wein verrührt und untergemischt. Desgleichen tut man mit 8 ml Hefenährsalz. Seitdem der Wein einmal einen Belag bekam, füge ich immer etwas Schwefel (Kaliumsulphat – Dehner) dazu. Verschließen und Gärröhrchen mit Wasser darauf setzen.

Am fünften Tag 1,6 kg Zucker und 1,6 l Wasser aufkochen und abkühlen lassen.

Am sechsten Tag dies zufügen und OECHSLE (Zuckergehalt) nachschauen. Bei mir 24% Zucker. Nach dem Bergstedt-Rezept nun 3 Wochen gären lassen und dann die Kohlensäure mit einem Schneebesen zerschlagen. Diesmal habe ich aber den Wein 7 – 8 Wochen stehen lassen und OECHSLE gemessen. Kein Zucker war nachweisbar und auch keine Kohlensäure! Auf kleinere Behälter umfüllen, z. B. 2 x 10 l. Bodensatz zurückhalten.

Nach noch einem Monat wieder umfüllen und den Bodensatz zurückhalten. Es war aber nicht viel, und da der Fassverschluss tropfte, habe ich mich dazu entschlossen, den Wein gleich in Flaschen zu füllen.

Ich verwende meistens Literflaschen mit Schraubverschluss, die sich gut stapeln lassen. Diese sterilisiere ich 30 Minuten bei 110° im Ofen und lasse sie für Wein abkühlen (für Saft sollen sich noch heiß sein). Sicherheitshalber lagere ich den Wein stehend, falls die Flaschen nicht ganz dicht sind. Flaschen mit Korken müssen liegend lagern.

Es wurde etwa 17 l trockenen Wein aus diesem Satz. Es hängt immer davon ab, wie viel Bodensatz abgeschöpft wird.

Ich finde den Bergstedt-Wein einfach fantastisch. Probiert mal!

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