Ein schöner Filetbraten am Adventssonntag

In Anlehnung an die schwedische Gewohnheit feierliches Essen auf einem Holzbrett zu servieren. Hier zwar ohne Holzbrett, aber fast genau so.

Filet, Bohnen im Speckmantel, Pilze und Kartoffel-Topinamburpüree mit Rotweinsauce. Sehr lecker, auch wenn Topinambur immer etwas „Luft“ erzeugt. Das war sowieso das letzte von meiner Ernte. Hier geht es zum Rezept.

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Es kann nicht immer Kaviar geben…

… auch nicht wenn man in einem Palast, wie der schwedische Staatsminister, wohnt. Dieses Rezept stammt von Fredrik Reinfeldt, der in Zorn nach der letzten Wahl das Handtuch warf. Sonst würde er womöglich immer noch in seinem Palast sitzen und Wursteintopf kochen können. Gut, die Wurst bleibt ihm wohl. Also, wer ein Politikerrezept nachkochen möchte, soll hier schauen.

Politiker kochen ja gelegentlich. Angela Merkels Kartoffelsuppe soll angeblich gut sein. Margaret Thatchers Vorspeise angeblich nicht. Donald Trumps Mutter hat einen leckeren Hackbraten gemacht und das Personal im Elyséepalast überhaupt wahnsinnig lecker für den französischen Präsidenten gekocht. Aber jetzt kommen wir zu Lieblingsrezepten von nicht-kochenden Politikern und das muss nicht sein. Oder hat Altkanzler Schröder jemals seine eigene Currywurst gekocht? Aber Merkels pommersche Suppe werde ich mal austesten, denn die Zutaten dazu hat man fast immer im Haus.

Lussegebäck zum Lussetag

Morgen ist der 13. Dezember und der Luciatag. Im alten Kalender war dies der dunkelste Tag im Jahr und daher magisch. Schon in uralten Zeiten wurde Lusse gefeiert. Ja, Lusse und nicht Lucia. Lusse ist viel älter und vorchristlich, wurde aber bis in die Neuzeit gefeiert und hat etwas mit Fruchtbarkeit zu tun. Das Mädchen, das sich als Lussebraut zur Verfügung stellte, hatte anschließend keine große Aussichten auf dem Heiratsmarkt. Nachdem das johlende Gefolge – es gab auch Lussemänner, ich denke man kann sich das Ganze ein bisschen wie die Perchten vorstellen – bettelnd um Speis und Trank durch das Dorf gezogen war, wurde irgendwo gefeiert. Wenn kein Mädchen bereit war, sich für das Fest aufzuopfern, musste man sich manchmal damit begnügen, eine Kuh mit Kerze auszustaffieren und um diese herumzualbern. Lusse kannte man noch im 19. Jahrhundert in Småland.

Die Verwechslung mit der heiligen Lucia von Syracusa kommt vor allem daher, dass die Kirche schon vor Jahrhunderten ihre Feste und Kultstätte so etablierte, dass sie am gleichen Ort und gleichen Zeitpunkt wie die heidnischen verlegt wurden. Die unwichtige Heilige Lucia bekam zum Beispiel ihren Namenstag am 13. Dezember. Irgendwann mal kamen die Leute durcheinander. Bei Lucia ist es aber völlig absurd zu glauben – tun aber die meisten – dass man anfing, eine katholische Heilige im erzprotestantischen Schweden Ende des 18. Jahrhunderts zu huldigen. Das Lucialied wurde übrigens extra von Gunnar Wennerberg im 19. Jahrhundert auf seiner Bildungsreise nach Italien übersetzt und nach Hause gebracht. Ja, Bildungsreisen hatten damals Tradition bei denen, die es sich leisten konnten. Es ist wohl nicht völlig abwegig anzunehmen, dass das (von Luther erfundene) engelsgleiche Christkind von Schweden auf einer Bildungsreise im deutschsprachigen Raum „entdeckt“ wurde. Die Lucia in weiß mit einer Lichterkrone auf dem Kopf tauchte nämlich ganz plötzlich auf und zwar auf den Gutshöfen in Westschweden, wurde von den Studenten, die gerade in Ferien zu Hause waren, in die Studentenstadt Uppsala (wo der Westschwede Gunnar Wennerberg tätig war) gebracht und von dort wieder übers ganze Land bekannt. So schnell ging das, und die olle heidnische Lusse konnte ab jetzt etwas altes über sich ziehen und geriet innerhalb von wenigen Jahren völlig in Vergessenheit. Die Lucia ist m. E. einfach eine schwedische Weiterentwicklung des Christkindes.

Und nun kommen wir zum Brot. Brot wurde nämlich auch in magischen Formen gebacken. Viele Varianten des Lussegebäcks haben Formen, die man aus der Bronzezeit kennt. Um die „Lussekatze“ ranken sich auch Geschichten. Zum Beispiel wird behauptet, dass der Teufel im Gestalt einer Katze kam (man denke an die Hexen mit ihren Katzen), und nur dadurch verscheucht werden konnte, indem man helles/gelbes Brot in Katzenform backte. Es klingt irgendwie nicht ganz logisch. Diese Geschichte soll aus Deutschland stammen. Es ist aber wahr, dass man die „Lussekatter“ auch Teufelkatzen nannte.

Zum Bild:

Alte Ahnen haben das Saatbrot in Sonnenform ganz unten rechts, das Weihnachtsschwein ganz oben links, der goldene Wagen ganz oben rechts (beachtet, dass die zwei nicht gleich sind!) und das Sieben-Löcher-Brot unten Mitte. Der Bock/Widder in der Mitte rechts, hat, glaube ich, nicht so viele Jahre auf dem Buckel. Das große Brot links ist anscheinend aus dem 18. Jahrhundert. Es heißt „des Pfarrers Haare“, der Pfarrer war wohl der einzige Mann im Dorf, der eine Perücke trug. Das sieht ein wenig wie „holder Knabe im lockigen Haar“ aus. Und oben in der Mitte (und auch hier ganz unten) strahlt die Lucia-Krone, passend für den Luciatag. Wer noch schnell für morgen backen möchte, findet hier Rezepte.

Was du heute kannst besorgen…

Wer sagt, dass man Weihnachen am Herd stehen muss? Wer die ganzen leckeren Sachen schon vorher kocht, kann sie dann einfach auftauen und im Ofen aufwärmen. Was unbedingt aufs Buffet hingehört sind Rippchen mit weihnachtlichem Geschmack. Ich fasse es nicht, dass ich sie nicht vorher ins Netz gestellt habe. Sie sind einfach nicht wegzudenken. Hier geht es zum Rezept. Die sogenannten Kinder wollen natürlich Köttbullar. Diesmal habe ich ein Rezept ohne Eier ausprobiert. Hier habe ich die ganzen Köttbullar gesammelt. Dort gibt es auch eine vegetarische Variante.

Der Druck wächst…

Beim Einkaufen neulich, sagte die Kassiererin zu einer Bekannten: Na, hast du schon alle Plätzchen gebacken? Und die Kundin: Ja, acht Sorten und ich habe so schlimme Rückenschmerzen bekommen und keine Zeit zum Fitness zu gehen. Die Kassiererin daraufhin: Ich habe bis jetzt nur drei Sorten geschafft. Also, ich sehe schon, habe etwas nachzuholen, denn die Klenäten waren ja nur eine Eintagsfliege. Nur Pepparkakor habe ich reichlich. Deshalb habe ich jetzt eine Sorte Flarn – Hafertaler gebacken. Sie sind ganz einfach und gehen schnell. Flarn bedeutet spröde Kekse. Die andere Bedeutung (willenloser Mensch, der leicht auf falschen Wegen kommt) kenne ich praktisch nur aus dem Lied von dem brotlosen Dichter (Ferlin). Hier geht es zum Rezept.

Ausserdem habe ich wieder Waffelrollen gebacken. Siehe hier. Und zwar die untere Sorte, die übliche. Meine Oma hat sie immer gemacht.

Auf den Löffeln auf dem Bild habe ich Probierportionen von Zitrusmus in drei Sorten verteilt, und zwar habe ich bei Qui sera le prochain grand patissisier? (Youtube) gesehen, dass sie dort ganze Früchte verarbeiten, Schale und Saft. Man kocht sie einfach (Biofrüchte versteht sich) und püriert sie mit dem Stabmixer, und drückt sie durch einen Sieb. Es wird im Internet behauptet, dass die Kochzeit 2 Stunden beträgt, aber so viel Zeit haben die Teilnehmer in diesem Wettbewerb gar nicht, also muss es auch schneller gehen. Mit einer halben Stunde kommt man bei den Bio-Clementinen aus. Die Orangen und die Zitronen brauchen länger. Die Clementinen sind mit Abstand die beste Wahl, weil die anderen Sorten so dicke bittere Schalen haben. Aber ich werde mal probieren, was sich aus dem Mus machen lässt. Im Moment sind sie drei Tütchen eingefroren.