Käsekuchen aus Hälsingland

Der Käsekuchen aus Hälsingland ist, anders als der bekannte Käsekuchen aus Småland, ungesüßt und ohne Mandeln hergestellt. Traditionell wird er mit Saftsoße (d. h. Sirup, etwas verdünnt und mit Kartoffelmehl angedickt), heute auch mit Schlagsahne und Konfitüre oder Beeren serviert. Er ist auch das traditionelle Landschaftsgericht. Von 5 l Milch bekommt man etwa 500 g oder ein Nachtisch für 6 – 8 Leute.

5 l Vollmilch (traditionell hergestellt, nicht „länger haltbar“ oder und mit einem guten Mindesthaltbarkeitsdatum)

2,5 EL Mehl

1 EL Lab (ich habe eine Lab-Tablette aus der Apotheke benutzt – die war schon lange abgelaufen, aber hat noch gewirkt – Marke Haber/Biocena, Illertissen)

200 ml Sahne

Butter

Milch auf 40 – 41° erwärmen. Milch vom Herd nehmen. 200 ml Milch entnehmen und darin das Mehl glatt rühren. In die Milch sorgfältig rühren. 200 ml Milch entnehmen und darin das Lab verrühren. (Mit Tablette: Etwas Wasser mit einer Messerspitze Salz verrühren und darin die Tablette zerdrücken, dann mit der entnommenen Milch verrühren.) Die Milch, die mit Lab versetzt ist, wieder in den Milchtopf gießen und 3 Sekunden lang mit einem Schneebesen gut verrühren. Nun die Milch mit einem langen Löffel ganz langsam rühren, bis sie andickt. Dann 20 Minuten stehen lassen. Mit einem langen Messer ein Karomuster schneiden, so dass sich die Masse trennt. Wieder 15 Minuten stehen lassen. Ein Tuch in einen Sieb legen und diesen über eine große Schüssel hängen. Die Masse hineintun. Zuerst abtropfen lassen, dann gut ausdrücken. Über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen. (Die ganze Flüssigkeit kann man sowohl trinken, wie auch zum Backen verwenden – einfach in den Milchtüten wieder einfrieren – oder dem Haushaltsschwein zum Trinken geben, falls vorhanden. In Nordschweden wird die Molke reduziert bis keine Flüssigkeit mehr da ist und als Käse verwendet. Ihr könnt es gerne ausprobieren, ich habe es auch mal gemacht, aber es dauert ewig lange und das Ergebnis war m. E. etwas enttäuschend. Sonst einfach wegschütten.)

Am nächsten Tag wieder gut ausdrücken. Ofen auf 225° vorheizen. Eine Form von 500 ml ausfetten und die Masse hineinpressen. Im Wasserbad auf der untersten Schiene 1,5 Stunden backen. Man kann ein Papier drüber legen, aber die dunkle Oberfläche wird sowieso weggeschnitten. Wenn nach dem Backen noch Molke in der Form ist, gehört sie ausgegossen.

Wieder über Nacht in den Kühlschrank stellen. Jetzt kann der Käsekuchen verwendet oder aber auch eingefroren werden.

Als Nachtisch:

Die dunkle Oberfläche abschneiden. Käsekuchen in Scheiben schneiden und überlappend in eine gefetteten Form legen. Mit Sahne übergießen und 10 – 15 Minuten bei 225° erhitzen. Ich habe zudem Zimtzucker darüber gestreut und nach dem Backen mit Preiselbeeren serviert. Es kann sein, das dies ein No-Go ist, keine Ahnung, ich habe nie zuvor Käsekuchen aus Hälsingland gesehen oder gegessen. Das Gefühl beim Essen wird manchmal mit „knirschend“ beschrieben. Schmeckt lecker!