Retrodinner im Januar

Retro klingt doch so viel cooler als altmodisch. Dieses Menü besteht aus drei Gerichten mit vielen Jahren auf dem Buckel.

Solöga mit Ansjovis und Lachspudding mit Graved-Lachs kennt man noch, aber der Buttermilchpudding ist völlig vergessen, was daran liegt, dass Buttermilch irgendwann nicht mehr im Handel gab. Es kann aber sein, dass sie wieder aufgetaucht ist. Was die Molkereien mit der ganzen Buttermilch in den letzten Jahrzehnten gemacht haben, weiß ich nicht. Dieses Rezept ist aus einem Schulkochbuch, das meine Mutter in der Schule hatte. Zum Menü geht es hier!

Die Pfefferküchlein der Sara Wennerberg, geb. 1786

Im Pfarrhaus zu Lidköping wurden immer ganz viele Pfefferkuchenkränze vor Weihnachten gebacken. Als ich das historische Rezept im Advent gesehen habe, hatte keine Zeit, es auszuprobieren. Nun konnte ich aber nicht ein ganzes Jahr warten, und deshalb habe ich sie jetzt gebacken. Sie sind wirklich toll! Hier geht es zum Rezept. Einfach bis nach ganz unten scrollen.

Die Urheberin des Rezeptes, Sara Margarethe Wennerberg, geb. Klingstedt, abgebildet von ihrem Sohn Brynolf Wennerberg um 1850.

Knusperwaffeln, wie sie die Uroma machte

Das Waffeleisen habe ich meiner Mutter abgeluchst, und sie hat auch in unserer Kindheit ab und zu Waffelröllchen damit gebacken. Meine Oma hatte anscheinend ein anderes Eisen, denn bei ihr gab es immer Waffelröllchen (und die ganze Palette Plätzchen zum 11-Uhr- und 4-Uhr-Kaffee). Immer wieder bin ich in alten Kochbüchern auf das Begriff „Gorån“, gute Knusperwaffeln, gestoßen. Lange bin ich davon ausgegangen, dass es sich um Waffelröllchen handelt, aber die früheren Knusperwaffeln wurden nicht gerollt. Sie wurden aus einem festen Teig gemacht, ausgerollt, ausgestochen und auf einem Eisen gebacken. Es gibt ganz viele Rezepte in alten Kochbüchern, aber schon aus den Kochbüchern der 1940er sind sie verschwunden. Das getestete Rezept ist eins von zwei aus Iduns Kochbuch, 1920, aber ich glaube ich habe noch mehr in einem uralten Kochbuch von Gustafva Björklund, das ich aus dem Internet kopiert habe.

Hier geht es zum Rezept. Das sind ganz große Plätzchen. Wahrscheinlich hat man sie sich geteilt. Man könnte sicher das Rezept verfeinern. Das andere Rezept, das ich nicht probiert habe, beinhaltet Eier und Hirschhornsalz, ist aber auch ungewürzt. Wenn man noch Vanille oder Orangenzesten unterrühren würde, hätte man etwas ganz feines.

Preiselbeerkuchen für die Winternascherei

Was kann eigentlich schief gehen, wenn die neue schwedische Regierung (vier Monate nach der Wahl) 115 Ja-stimmen, 153 Nein-stimmen und 77 Enthaltungen bekommt und schon vorab klar ist, dass die beteiligten Regierungsparteien versuchen, sich gegenseitig reinzulegen? Und gleichzeitig bekommen wir mit, dass 2 von 4 Regierungsparteien bei Neuwahlen unter die Sperre rutschen würden.

Hier scheint niemand gewonnen zu haben. Zum Trostessen empfehle ich daher diesen leckeren und einfachen Preiselbeerkuchen, der nach Mandeln schmeckt, obwohl keine drin sind.

Der Namenstag von Knut ist vorbei

Weiße Weihnachten gab es zwar nicht, aber im neuen Jahr um so mehr. Auch am Knutstag lag noch viel Schnee, auch wenn schon Tauwetter war. Daher habe ich gestern am Knutstag einfach so getan, als wäre noch Weihnachten und alle Weihnachtsdekorationen hängen lassen. Aber heute regnet es ununterbrochen und das müsste wohl heißen, dass Knut Weihnachten weggetanzt hat. Der arme heilige Knut, hätte es womöglich gar nicht lustig gefunden, dass man in Schweden an seinem Todestag tanzt. So heilig war er vielleicht nicht wirklich, aber er soll in einer Kirche umgebracht worden sein (wenn das nicht sein Onkel mit dem gleichen Namen war). Die beiden Knut gehörten im Mittelalter zum dänischen Königshaus, und wie überall im Mittelalter, sind die feinen Herren über Leichen gegangen, um an die Macht zu kommen. Er war sicher selbst kein Unschuldslamm, der Knut. Aber nun ist sein Namenstag vorbei und Weihnachten auch – falls wir nicht so tun wie in dem widersprüchlichen Lied: „Weihnachten geht bis Ostern, aber das ist gar nicht wahr, denn dazwischen liegt die Fastenzeit“.

Noch während des Schreibens, sehe ich, dass es wieder schneit. Doch habe ich schon so viel von den Weihnachtssachen weggeräumt, dass ich trotzdem einen Schlussstrich zu Weihnachten ziehe. Auch in Schweden ist der Alltag eingekehrt. Nach der Wahl im September konnten sich die Parteien nicht über eine neue Regierung einigen. Bis kurz vor Weihnachten haben sie herumgestritten. Dann haben sie sich bis zum Knut Urlaub genehmigt und jetzt geht es wieder los. Wenn sie bis zur nächsten Woche weiter so machen gibt es Neuwahlen. Vielleicht gibt es danach eine gewählte Regierung. Oder schon vorher. Oder nachher auch nicht. Das werden wir mal sehen.

Das aktuelle Rezept ist natürlich die Semmel!

Bei mir gibt es die erst zum Faschingsdienstag, aber in Schweden läuft der Verkauf schon seit Jahresanfang!

Graved-Lachs-Sauce

Wie es aussieht, habe ich die klassische Sauce zum Graved Lachs noch nicht vorgestellt. Hier ist sie. Auf dem Bild sieht man, dass ich diesmal die braune bayerische Senfvariante (Hausmachersenf) erwischt habe. Es gibt aber auch einen gelben Weißwurstsenf, die in Saucen besser aussieht. Schmecken tun beide. Man kann ja auch in Schweden Senf hamstern, wenn man gerade da ist, er ist auch süß und zudem glatter als der bayerische Senf.

Ein winterliches Rezept im neuen Jahr

Ich habe zwar das Gericht aus Smörgåsbord (Klötzke/Wahlström) noch im alten Jahr gekocht, aber Wild passt genau so gut im Januar. Bisher hatte ich immer das Rezept übersehen. Ich habe nämlich das schwedische Kochbuch in einer englischen Übersetzung und irgendwie ist mein Auge fürs Überfliegen von englischen Texten nicht mehr so geschult. Jetzt fiel mir aber wieder ein, dass das Rezept Venison stew neben den Spare-Ribs, etwas mit Wild haben könnte, das ich sowieso vorhatte zu kochen. Ich hatte sogar schon ein Rezept vom Chefkoch ausgedruckt, bevor ich gesehen habe, dass das Rezept im schwedischen Kochbuch eine interessantere Würzung hat. Wie auch immer, zuvor hatte ich die ganzen Kommentare zum „Wildschweingulasch, funktioniert auch mit Fleisch vom Hirsch“ durchgelesen, und dort wurde der TK-Hirschedelgulasch von Aldi ausdrücklich gelobt, falls man keinen Jäger kennt, und daher habe ich es auch gekauft. Die Stücke waren vielleicht nicht besonders regelmäßig, aber das Fleisch war sehr gut. Hier geht es zum Rezept.