Waffeln, Waffeln

Heute ist der 25. März – genau 9 Monate bis Weihnachten – und heute wird in Schweden gefeiert, dass der Engel zu Maria kam, traditionell mit Waffeln. Heute habe ich sogar selbst daran gedacht und da der Sohnemann vorbeigekommen ist, hat sich das Waffelbacken gelohnt.

Neue Rezepte habe ich auch ausprobiert, und zwar ein Sonnenblumenbrot und einen Apfelkranz.

Fisch zum Aschermittwoch

Ich hätte das Rezept ja vorher bringen können, aber das neue Konzept von WordPress macht mir keinen Spaß, und so schiebe ich alles vor mich hin. Na gut, dieses Rezept habe ich in einem alten Kochbuch gefunden und ausprobiert. Bratheringe ist eine schnelle und feine Sache. Statt Salzheringfilets kann man einfach Matjes deutscher Art nehmen. Sie sind dann nicht ganz so salzig, aber das macht ja nichts. Hier sind die Filets in Thymian-Ei-Butter mariniert und ich habe das Rezept ganz unten auf der Seite mit Bratheringsrezepten gestellt.

Aschermittwoch heißt auf Schwedisch Askonsdag, aber das ist wieder ein Begriff, mit dem niemand etwas anfangen kann. Streng genommen ist die Fastenzeit heutzutage nur aus dem Weihnachtslied Nu är det jul igen bekannt, wo es heißt, Weihnachten geht bis Ostern – nein, das ist ja gar nicht wahr, denn dazwischen kommt die Fastenzeit. Bei Wikipedia, sehe ich gerade, dass das Lied eine Übersetzung aus dem Dänischen ist. Ob es dort so beliebt ist wie in Schweden?

Jedenfalls ist Fischessen keine Pflicht in Schweden am Aschermittwoch. Ihr könnt also diese Bratheringe ein anderes Mal essen.

Semmeltrend 2021

So, da bin ich wieder! Und zwar ist wieder Semmelzeit! Irgendwann mal Anfang des Jahres gibt es wieder die gefüllten Semmeln. Am Faschingsdienstag werden die meisten vertilgt.

Die letzten paar Jahre gab es immer Trends. Dieses Jahr ist die Form traditionell. Semmelwraps und Semmelcheesecake sind out. Aber dafür ist der Inhalt um so wichtiger. Im Test der Konditoreien habe ich gesehen, dass die Füllung nicht mehr glatt und harmlos sein soll. Sonst wird oft die Marzipanrohmasse mit Milch verrührt oder (daheim) mit Brotkrümeln aus dem Inneren der Semmel vermischt. Dieses Jahr soll man entweder die Mandeln rösten, bevor man eine Füllung herstellt, oder man vermischt die Rohmasse mit gröberen Mandelstücken.

Eine Hand voll Mandelblättchen rösten, 1 EL Zucker zugeben und schließlich eine Messerspitze Salzflocken. Abkühlen lassen. Etwas davon mit der Marzipanrohmasse vermischen, und etwas davon erst kurz vor dem Servieren auf die Sahne streuen, damit die Mandeln knusprig bleiben. Das ist auf jeden Fall ganz lecker.

Ich wollte ja auch noch einen neuen Teig ausprobieren, der irgendwie geschmacklich intensiver sein sollte. Auf Chefkoch bin ich auf einen Teig im Cinnabonstyle gestoßen, den man mit Vanillepudding macht, aber natürlich mit Kardamon. Doch die Reaktion war verhalten. Daher würde ich eins der Rezepte auf der Semmelseite empfehlen.

Zum Glück geht die Semmelsaison viel länger als die der Krapfen, was damit zu tun hat, dass die Schweden den Unterschied zwischen Fastnacht und Fastenzeit nicht (mehr) kennen. Daher darf und soll man die Semmeln bis Ostern essen. Vorzugsweise dienstags. Der berühmte Detektiv Ture Sventon (dt. Teffan Tiegelmann) kann auch nicht nach Ostern auf seine geliebten „Temmeln“ (ja, er lispelt) verzichten, aber seine Lieblingskonditorei Rosa in der Drottninggatan, Stockholm, mit dem ganzjährigen Temmelservice (auf Kredit) hat anscheinend leider seinen Betrieb eingestellt. Wahrscheinlich sind der Meisterdetektiv und seine ständig Topflappen (da unterbeschäftigt) strickenden Sekretärin Fräulein Jansson in den Ruhestand getreten. Die Bücher waren schon in den 50ern beliebt. Filmatisierungen gibt es auch noch, und jeder Schwede kennt Tures Sprüche auswendig.

Fräulein Jansson, bitte Semmeln bestellen! Gefüllt? Ja, sehr gefüllt.

Die Pitolen nur bei Bedarf verwenden.

Ständig dieses Wiesel. (Der Schurke heißt Ville Vessla, Willi Wiesel und ernährt sich ausschließlich von Rhabarbersaft, sehr zum Missfallen von seinem Kollegen, „der Ochse“, der Rinderfilet bevorzugt.)

Mit Schönheit kommt man nicht weit! (Wenn vorgeschlagen wird, man könne doch auf die geerbten, schönen Pistole aus dem 30-jährigen Krieg zurückgreifen.)

Es ist zu früh, sich dazu zu äußern (wenn die Auflösung des Rätsels noch fern liegt).

Der Detektiv treibt sich nicht nur in Stockholm oder Mjölby herum, sondern ist internationell tätig. Ein sehr guter Freund von ihm ist der unglaublich höfliche Herr Omar, der auch gerne unter den Oasenpalmen in der Wüste sitzt und die Zeitung liest. Von ihm hat der Detektiv den fliegenden Teppich erstanden, der gute Dienste bei der Beförderung von Ganoven leistet.

Julbord, etwas reduziert

Schweinspfoten gehören traditionell zum Weihnachtsessen (was tut es nicht?), aber da sie nicht immer gut ankommen, habe ich mich bisher (manchmal) damit zurückgehalten. Heuer habe ich aber ein Rezept ausprobiert, wo die Füße mit anderem Fleisch gestreckt wird und wo die Knochen schon entfernt sind, und diese Sülze ist wirklich gut angekommen.

Es gab auch Rollsülze. Im Kochsud haben wir dann das Brot getunkt. Die Köttbullar waren sehr gelungen (neues Rezept). Rotkohl aus dem Glas und Braune Bohnen hatten wir auch. Am zweiten Tag wurde das Essen mit Rippchen ergänzt, jedoch fertig gekauft und daher eher exotisch gewürzt.

Am Heilig Abend gab es mittags Jansson und abends ein paar Gläser Hering von Larsen. Wer seinen Schnaps selbst nicht aromatisieren möchte, könnte nächstes Jahr vor Weihnachten schauen ob es bei Aldi nicht wieder Linie-Aquavit im Angebot gibt.

Zu den Schweinsfüßen möchte ich aber erwähnen, dass sie total angesagt sind. Sie sind wieder bei TopChef France aufgetaucht. Erzählt das gerne weiter, wenn ihr Schweinsfüße auf den Tisch bringt.

An dieser Stelle wünsche ich allen Einen guten Rutsch!

Skål!

Advent, Advent

Noch ist das Safransgebäck nur geplant. Ich habe jedoch schon Pepparkakor gebacken und etwas, was vielleicht nach Safransgebäck aussieht, aber in Wirklichkeit salzig ist: Brezen als Lussekatter getarnt! Ich finde, das Rezept bei Ploetz ist so gut, da muss man nicht weiter nach einem Brezelrezept suchen. Achtung: Nur mit einer leistungsstarke Maschine backen – der Teig ist schwer! Aus dem Satz habe ich etwa 20 kleine „Brezenkatter“ bekommen. Wenn das neue Rezept für süße Lussebullar gelingt, melde ich mich wieder. Ich wünsche euch eine gute Zeit!

Moltbeerenersatz aus Finnland

Als ich nach einem Rezept für Kalbsleber suchte fand ich auf Deutsch einen Hinweis auf Kalbsleber Sibelius (mit Rosmarin) und musste unbedingt überprüfen, ob dies ein Begriff sei. Anscheinend jedoch nicht, aber dabei bin ich wieder einmal auf die Seite des finnland-schwedischen Martha-Bunds gestoßen. Finnisches Essen ist traditionell aus gutem Grund ziemlich einfach, aber ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass man für einheimische Beeren einen Billigersatz braucht. Da ich aber eine Tüte Stachelbeeren eingefroren hatte, wollte ich das Rezept gerne austesten, und hier ist es. Die Stachelbeeren geben den Möhren etwas Säure und der Konfitüre einige ziemlich harmlose Kernchen (im Vergleich zu den dickeren Moltbeerkernen). Die Konfitüre ist ganz lecker, die Farbe stimmt einigermaßen, aber so wirklich nach Moltbeeren schmeckt sie wohl doch nicht.

Rosinenbrot mit Gewürzen

Aus der schwedischen Bäckereischule (Bageriskola), 2. Jahr, habe ich das Rezept entnommen. Die Rezepte sind alle im Internet verfügbar, aber die wenigsten sind „schwedisch“. Vielleicht ist Ölandslimpa auch nur ein Name. Ob die Inselbewohner tatsächlich das Brot in schwedischem Stil essen ist mir nicht bekannt. Jedenfalls schmeckt es. Hier geht es zum Rezept.