Kartoffelbrot

Das Kartoffelbrot, das ich hier beim Bäcker kaufe, ist ganz anders als dieses Kartoffelbrot aus den Kriegsjahren. Ich habe immer Kartoffelbrot ganz lecker gefunden, aber wahrscheinlich war es früher völlig unvorstellbar, dass man Kartoffeln ins Brot mischte. Neulich habe ich zum Beispiel eine Sendung über die Kriegszeit in England gesehen. Dort hat man sinngemäß gesagt: „Damals hat man alles Mögliche ins Brot gemischt, ums Getreide zu strecken, sogar Kartoffeln.“

Dies ist jedoch ein typisches schwedisches Brot, wo eben auch Kartoffeln drin sind. Fett gibt es nur um die Form einzufetten, aber vielleicht könnte man auch das Brot „formlos“ backen, dann würde man ja nur etwas Fett fürs Blech brauchen (Backpapier gab es nicht). Es ist Zuckerrübensirup drin, Roggen- und Weizenmehl, Hefe und zusätzlich Natron. Persönlich mag ich lieber Brot ohne Natrongeschmack. Deshalb werde ich dieses Brot wahrscheinlich nicht wieder backen. Aber probiert es gerne!

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Landschaftsgerichte

Saibling mit Sahnebeilage ist das traditionelle Landschaftsgericht von Härjedalen. Vor allem die Sahnebeilage gab es früher an allen hohen Festtagen.

Närke oberhalb vom Vätternsee stellt als neues Landschaftsgericht Hohe Rippe im Dunkelbier vor.

Am Wochenende habe ich beide Gerichte getestet und für gut befunden. Wer für die hohe Rippe kein Großmachtsbier findet, kann auf ein anderes Dunkelbier zurückgreifen!

Viel Spaß beim Nachkochen!

April, April…

Mir fallen keine Scherze zum 1. April ein. Die Lokalblätter früher hatten es drauf. Damals hat man auch alles geglaubt, was in der Zeitung stand. Bei uns wurde einmal behauptet, dass der Müllabfuhr abgeschafft worden sei, und dass jeder mit seiner Tüte zum Marktplatz gehen soll. Da wurden die Hereingelegten von den Zeitungsfritzen und Fotografen im Empfang genommen. Wenn jemand auf ein Aprilscherz hereinfällt, dann sagt man in Schweden:

April, april, du dumma sill!

Jag kan lura dig vart jag vill!

Dass Heringe dumm sind, ist natürlich gut möglich. Wer hat schon ein intelligentes Gespräch mit einem Hering geführt? Aber hier handelt geht es wohl eher darum, ein Reim auf „vill“ zu finden. Frei übersetzt: „Ich kann dich überall hin locken!“ Außerdem hat es vielleicht mit dem französischen „Poisson d´Avril“ zu tun, aber darüber habe ich noch keine Recherchen angestellt.

Stattdessen habe ich meinen Blog mit Rezepten ergänzt. Hier geht es zu einem kleinen Smörgåstårta, hier zu Apfelmusküchlein, hier zu einem sehr leckeren Brot!

Update: Es gab dieses Jahr einen gelungenen Aprilscherz: Die Schwedische Kirche behauptete am 1. April, dass der Kirchenkaffee und überhaupt Kaffee trinken in der Kirche aus Umweltgründen abgeschafft werden sollte. Auch weil Pfarrer angeblich 20% ihrer Dienstzeit mit Kaffee trinken verplempern. Die Leute waren entsetzt!!! Und kaum einer kam darauf, dass es ein Scherz sein könnte.

Pomeranzlaibe nach Art der Prinzessinnen

Jetzt habe ich wieder ein Brot aus dem Kochbuch der Prinzessinnen gebacken. Das Rezept ist mit einem Sternchen versehen. Das bedeutet, dass es bei den Prinzessinnen und ihren Mitschülerinnen in der Haushaltsschule besonders gut ankam. Ich habe es nur backen können, weil meine liebe Schwester mit einem Nachschub von Pomeranzschalen aus Schweden gekommen ist. Hier geht es zum Rezept, bitte nach unten scrollen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Kochbuchs sehe ich gerade, dass auch das Paltbröd mit einem Sternchen versehen ist. Vielleicht sollte ich es mal ausprobieren. Ich habe schon mal Paltbröd gebacken, siehe hier, doch dieses Schwarzbrot kam gar nicht gut an. Statt Milch ist nämlich Blut drin. Doch da die Prinzessinnen ihr Brot sehr gut würzen, wäre es vielleicht die Mühe wert, wenn ich willige Versuchskaninchen hätte…

Für den Hochzeitsempfang mit Grüßen von der Insel

Diese Salzbrezeln von der Insel Gotland dürfen nicht fehlen, wenn dort geheiratet wird. Ich habe sie gerade ohne Anlass getestet, und deshalb nur 1/3 vom Rezept, denn ohne eine ganze Hochzeitsgesellschaft im Haus wird weniger geknabbert.

Außerdem würden sicher zum Hochzeitsempfang auch die pikanten Champagnerplätzchen aus dem Ritterhaus passen. Die müsste ich mal wieder backen, denn sie kommen sehr gut an!

Beide Rezepte findet ihr hier. Falls jemand Plätzchen backen möchte, ohne deswegen gleich zum Standesamt gehen zu müssen: Auch für den Aperitif zum Osterbuffet würden sie sicher passen.

 

Gesunde Waffeln zum Waffeltag

Am 25. März feiert man in Schweden den Waffeltag. Diesmal fällt er auf einen Montag. Daher wird er wahrscheinlich von der Kirche auf den Sonntag vorher verlegt, wobei dieser kirchliche Feiertag streng genommen nicht Waffeltag heißt, sondern Vårfrudagen – Tag unserer Frau. Es ist nämlich genau neun Monate bis Weihnachten… Mit etwas gutem Willen und nuschliger Aussprache wird daraus ein Waffeltag. Der Plan bei uns für das Wochenende war ursprünglich, noch ein leckeres süßes Waffelrezept auszuprobieren, aber ich sehe schon, dass ich es für später verschieben muss. Dafür habe ich neulich zum Abendbrot Gemüsewaffeln gebacken. Das Rezept kommt vom Nordschwedischen Rundfunk. Hier mit Selleri, aber der Radiosender hat es mit Roten-Beten ausprobiert und angeblich kann man fast jede Sorte Gemüse in die Waffeln packen. Hier geht es zu den gesammelten Waffelrezepten.

Falls jemand sich fragt, wieso in Schweden ein Marientag gefeiert wird, da die schwedische (offiziell nicht mehr staatliche) Kirche im Ruf steht, lutherisch zu sein – ihr wisst schon Gustav Adolf und der dreißigjährige Krieg und so weiter – da kann verraten werden, dass sie ziemlich viel aus der katholischen Zeit behalten hat. Am letzten Sonntag habe ich einen schwedisch-deutschen Gottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche (!) in München erlebt. Der schwedische Kirchenverein, der sich meistens Gemeinde nennt, hat ihren 25. Jahrestag gefeiert, und um die Kirche voll zu bekommen, wurden auch die normalen Gottesdienstbesucher der Gustav-Adolf-Kirche eingeladen, die sicher wie ich auch zum ersten Mal erleben durften, wie eine Prozession von Pfarrern inklusive einem Bischof mit Bischofsmütze und Stab in eine evangelische deutsche Kirche einzog und sich dabei alle erhoben haben. Die Liturgie war von der Form auch ziemlich katholisch. Hervorheben möchte ich die Leistungen des Schwedischen Chors und des Posaunenchors der Gustav-Adolf-Gemeinde. Danach gab es ein Gläschen Wein und Schnittchen im Gemeindehaus. Das Wetter war übrigens ganz toll.

Der anwesende Bischof, der für die Auslandsgemeinden zuständig ist, ist der Bischof von der Insel Gotland. (Die Bischofsmütze lässt sich übrigens falten, genau wie die (gekauften) Mützen der Sternenträger im weihnachtlichen Luciazug.) Außerdem waren einige ehemalige schwedische Pfarrer da, die früher mal für den Bereich Süddeutschland zuständig waren, und auch der örtliche Pfarrer und andere Vertreter der bayerischen Landeskirche.  Im Moment gibt es keinen festen schwedischen Pfarrer für die süddeutsche schwedische Gemeinde (Frankfurt und südlicher), nur Vertretungen.

Der Bischof sah so aus, wie die Bischöfe aus dem Bild. Doch ist das Bild eine Illustration von der Taufe von Olof Skötkonung in Husaby vor 1000 Jahren.

Weißbrot der Prinzessinnen

Meine Mutter hat mal in den 50ern das Kochbuch der Prinzessinnen bekommen (ein Wink mit dem Zaunpfahl??) und daraus habe ich mehrere Brote getestet. Jetzt war das Weißbrot dran. Wieder war der Teig sehr fest, wieder sollte das Brot nur einmal gehen und wie das Grahambrot, aber nicht wie die vorangegangenen Roggenbrote, war es etwas krümelig. Hier geht es zum Rezept.

Auf dem Flohmarkt habe ich noch eine Ausgabe aus den 40ern erstanden. Da sind noch die Prinzessinnen drauf abgelichtet. Die Rezepte unterscheiden sich etwas, aber Fotos gibt es in beiden Ausgaben. Eine Ausgabe aus den 20ern würde ich gerne mal angucken. Die Prinzessinnen waren drei Schwestern, die die Haushaltschule von Jenny Åkerström besuchten. Sie heirateten später nach Dänemark, Norwegen und Belgien. Astrid ist sehr jung verunglückt, als ihr Mann, König Leopold von Belgien einen Autounfall verursachte. Die drei Schwestern hatten noch einen jüngeren Nichtsnutz als Bruder, dem schließlich vom Großvater des jetzigen Königs nahegelegt wurde, auszuwandern, Stichwort Husebyaffären. Sie ging über Jahrzehnte. Es stand noch zu meiner Schulzeit in der Zeitung davon, denn das Opfer der Affäre ist sehr alt geworden! Jetzt gibt es ein Roman über das Leben des Fräulein Florence Stevens, einst das reichste Mädchen in Schweden, und über den Verlust ihres Vermögens. Eine unglaubliche Geschichte, wo auch Pikantes aus dem Leben des König Oscar II. (das ist der mit den leckeren Pfefferküchlein, einfach im Keksregal nachsehen!) bekannt wird! Dafür konnten die Prinzessinnen Margaretha, Märtha und Astrid natürlich nichts.

Wofür sie etwas konnten ist die Prinzessinnentorte! Sie war angeblich ihre Lieblingstorte und deshalb ist sie so berühmt geworden!