Lakritze – Geschmack aus dem Norden

Es ist statistisch belegt: Im Norden wird mehr Lakritze gegessen als im Süden. Aus einem Rest Vanilleeis habe ich für einen Nachtisch Lakritzeeis gemacht. Einfach Lakritzepulver mit Eis verrühren und wieder einfrieren. Dazu Obst und schwarze Kekse.

Die Kekse sind nicht mit Lakritzegeschmack. Die Idee habe ich von einer Kochsendung, wo sie mit Holzkohl hantiert haben. Beim Räuchern mit Räucherspänen wird ja immer ein Rest verkohlte Späne übrig. Die habe ich im Mörser zerkleinert und gesiebt und etwas mit einem Rest Mürbeteig vermengt. Der Effekt ist ja ganz lustig. Woran es liegt, weiß ich nicht, aber meine Kekse sind schnell weich geworden – das hatte ich noch nie bei Mürbeteig. Die Verfärbung ist rein optisch – da schmeckt man gar nichts heraus.

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Apfelbrot aus Zimtschneckenteig

Ich habe mal zwei kleine Apfelsäulenbäumchen bei mir im Vorgarten gepflanzt. Inzwischen sind sie ganz schön hoch und auch die Zweige ragen seitlich mehr raus als geplant war. Tragen tun sie auch 🙂 Bloß ist meistens der Wurm drin und deshalb kann man die Äpfel nicht lagern, sondern gleich verarbeiten. Wie viel Apfelmus verträgt der Mensch? Wie auch immer; was immer gut weg geht ist Brot, und da habe ich den Standardteig für Zimtschnecken genommen und mit ziemlich viele Apfelschnittchen vermengt, in drei Kuchenformen verteilt und etwa 50 Minuten bei 200° gebacken.

Außerdem geht ganz schön viel weg für einen Apfelstrudel. Nur muss man die Äpfel dafür sehr klein schneiden. Die letzten paar Tage habe ich Apfelstrudel am laufenden Meter gebacken. Mit Romrosinen für die Großen, mit Rosinen ohne Rom für die Kleinen. Im Standardwerk für angehende Köche habe ich gesehen, dass Crème Fraîche oder saure Sahne auch hineingehört. Aber ohne geht ja auch.

 

Zwei kleine unansehnliche Speisen aus einem Wettbewerb!

In den 50ern lud ein Verlag alle Kochfreudige dazu auf, ihre beste Rezepte für Kleingerichte einzuschicken. Daraus wurde ein ganz nettes Büchlein, das ich mal auf dem Flohmarkt erstanden habe. Es war diese Woche wieder mal Zeit, alte Vorräte zu verbrauchen und da habe ich an einem Abend Leber im Speck gebraten. Es gab etwas Hähnchenleber im Gefrierschrank, die ich einfach einrollen wollte. Doch so einfach war es dann doch nicht, denn die Leber wollte nicht eingerollt werden. Schließlich habe ich Päckchen aus gekreuzte Baconscheiben gemacht und gebraten.

 

Außerdem gab es noch eine Dose Ansjovis im Kühlschrank. In einem Rezept wurde vorgeschlagen, dass man für eine Vorspeise jeweils zwei Ansjovisfilets mit Tomatenmark zusammenklebt, in Paniermehl wendet, eine ganze Weile liegen lässt und dann frittiert. Tja, Pustekuchen, das Ergebnis hätte ich keine Gäste vorsetzen wollen. Wer es trotzdem für das Abendessen daheim probieren möchte, sollte in einem hohen Kochtopf etwas Öl auf 170° erhitzen (da das ganze Paniermehl abgeht, ist das Öl kaum mehr zu verwenden) und die Doppelfilets einzeln auf einer Schaumkelle frittieren. Das ging ganz gut, sah aber nicht so schön aus. Geschmeckt hat es trotzdem – halt wie Ansjovis.

Dies wird nicht abgelegt – aber ich wollte mich mal wieder melden. Vielleicht koche ich wieder mehr schwedische Gerichte im Herbst. Im Moment stehen wir auf Salate und Gegrilltes.

Das Brotbacken geht weiter

In letzter Zeit wurde bei mir nicht viel schwedisch gekocht. Ich habe ein österreichisches Buffet vorbereitet – daher. Aber ich versuche immer wieder, meine tiefgefrorene Schätze zu verwerten – und Brot essen wir ja täglich. Ich glaube, jetzt habe ich alle meine Roggenkörner aus der Tiefkühltruhe verbraucht. Für dieses Rezept habe ich gehäckselte Roggenkörner statt Roggenschrot verwendet.

Dieses Brot ist nicht mit Pomeranzenschalen abgeschmeckt, sondern mit Orangeat. Das ist auch nicht schlecht – und eine gute Variante, wenn man keine Pomeranzenschalen bekommt. Hier geht es zum Rezept.

Körniges Roggenbrot

Im Gefrierfach habe ich noch zwei Tüten eingeweichte Roggenkörner von meinem Roggensherry gefunden (er gärt immer noch im Keller vor sich hin, schmeckt aber gut, fast wie Löwenzahnwein, ist aber wesentlich weniger anstrengend anzusetzen). Zwei habe ich schon für Brot verwendet, jetzt war es mal wieder Zeit. Das Rezept habe ich in einem schwedischen Kochbuch gefunden, aber ob es ausgesprochen schwedisch ist? Jedenfalls ist es gut und leicht gemacht. Hier geht es zum Rezept.

Gräddfil

Mittsommer! Und wer will da groß kochen? Traditionell gibt es Matjeshering (den schwedisch eingelegten, siehe z. B. IKEA), neue Kartoffeln, Dill und saure Sahne.

Die saure Sahne heißt in Schweden Gräddfil und ist cremiger als die einigermaßen stichfeste Sorte, die es hier gibt. Als wir letztes Mal in Schweden waren, habe ich etwa 5 Kronen für ein Schüsselchen mit der Aufschrift Gräddfil auf dem Flohmarkt investiert. Hübsch, nicht wahr?

Als Nachtisch gibt es dann Erdbeeren. Es ist schon toll, dass man das eigene Essen mit zum Biergarten bringen kann. Die Mittsommerfeier steigt im Biergarten auf der Kugler Alm (Oberhaching) am Samstag um 16 Uhr! Man sieht sich vielleicht (wenn es nicht regnet…)!

Ein Schwedenpils zum Mittsommerhering?

Bei der Brauerei Schwarzbräu in Zusmarshausen bei Augsburg kann man sowohl Schwedenpils, als auch Schwedenweizen bekommen! Wir haben es ausprobiert! Mmmm…

Sogar der Bügelverschluss ist eine schwedische Erfindung. Als ich klein war, gab es diese Verschlüsse, die man ohne Flaschenöffner aufmachen konnte. Doch inzwischen ist man in Schweden zu den bewährten Kronkorken zurückgekehrt. Es gibt Getränkemärkte außerhalb von Augsburg, wo man das Schwedenbier bestellen kann, jedenfalls noch im Raum München. Ein lustiger Gag für ein Party mit Schwedenthema, würde ich sagen. Das Weißbier schäumt etwas weniger als normales Weizen, damit man es auch aus der Flasche trinken kann!

Warum das Bier so heißt steht sogar auf der Flasche drauf!

Und nicht vergessen: Diese Woche gibt es einen Feiertag, und damit meine ich nicht den Fronleichnam am Donnerstag, sondern Mittsommer! In Schweden fällt er auf den Freitag, aber aus praktischen Gründen wird meistens samstags gefeiert. So auch in diesem Jahr. Im Raum München feiern die Schweden auf der Kugler Alm, die Finnen in Großhelfendorf (glaube ich). Die Dänen und Norweger haben sich anscheinend dafür entschlossen, zusammen in Grub bei Poing zu feiern. Die wären natürlich auch bei uns willkommen gewesen. Es ist ja ein öffentlicher Biergarten – da wird sicher jeder Platz finden. Doch Schwedenbier gibt es auf der Kugler Alm nicht. Das muss man sich für zu Hause aufheben.