Herzen mit Hering zum Valentinstag

Tja, man tut was man nicht lassen kann. Der Valentinstag war noch nie etwas, was wir beachtet hätten, aber heuer war die Werbung etwas aufdringlicher als sonst, glaube ich. Zum Abendbrot wollte ich eine Art Rillettes mit Hering testen. Als Basis 1 gewässerter Salzhering. Ein Filet habe ich noch in großen Stücken geschnitten und die Haut dran gelassen. Den habe ich ganz kurz in O-Saft und Zitronensaft mit Öl und geriebener Schale von Zitrusfrüchten eingelegt. Die roten Zwiebeln zur Deko habe ich mit O-Saft, Apfelessig und etwas Zucker aufgekocht und drin abkühlen lassen. Für die Rillettes den Hering ohne Haut klein hacken, mit Zitrusschalen und etwas -saft, Piment d´Espelette (wenn vorhanden) und Kräutern abgeschmeckt und schließlich mit einem Klecks Sahnejoghurt verrührt.

Und dann konnte ich die Sache mit dem Valentinstag nicht mehr übersehen und habe Roggenwaffeln gebacken. Roggen und Hering  – passt.

100 ml Roggenmehl

1 Prise Backpulver

1 Prise Salz  – diese Zutaten vermischen und mit

75 ml Milch verrühren

1 Ei

2 EL Öl

noch 75 ml Milch unterrühren und 3 Waffeln backen.

Die roten Fäden sind getrockneten Chilifäden. Die habe ich für Silvester gekauft und sie scheinen sehr haltbar zu sein.

Vielleicht kann man Waffeln mit Hering auch nach dem Valentinstag essen. Warum nicht?

 

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Französisch-Dänisch-Schwedisch genießen

Wobei ich nicht weiß, ob die französische Künstlerin Sarah Bernhardt wirklich von den Küchlein, die ihren Namen tragen, probieren durfte, als sie in Dänemark war, oder ob sie später kreiert wurden. Jedenfalls hat es gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass sie in Dänemark erfunden wurden, denn sie sie sind schon seit vielen Jahrzehnten in Schweden sehr beliebt. Die einfachere Variante mit Buttercreme wurde irgendwann mal von der Firma Delicato vermarktet und ist überall in Schweden zu kaufen. Dennoch schmecken die echte Sarah-Bernhardt-Küchlein noch viel besser. Sie sind mit Schokotrüffel gefüllt. Beide Rezepte habe ich hier abgelegt. Wer möchte könnte natürlich herausfinden, ob das schwedische Rezept vom Original abgewandelt wurde. Die Küchlein sind nicht wirklich schwierig zu machen. Man soll nur beachten, dass die Füllung gut kalt, beziehungsweise leicht gefroren ist, bevor man sie in die nicht mehr super-heiße Kuvertüre tunkt, sonst schmilzt die Pralinenfüllung.

Retrodinner im Januar

Retro klingt doch so viel cooler als altmodisch. Dieses Menü besteht aus drei Gerichten mit vielen Jahren auf dem Buckel.

Solöga mit Ansjovis und Lachspudding mit Graved-Lachs kennt man noch, aber der Buttermilchpudding ist völlig vergessen, was daran liegt, dass Buttermilch irgendwann nicht mehr im Handel gab. Es kann aber sein, dass sie wieder aufgetaucht ist. Was die Molkereien mit der ganzen Buttermilch in den letzten Jahrzehnten gemacht haben, weiß ich nicht. Dieses Rezept ist aus einem Schulkochbuch, das meine Mutter in der Schule hatte. Zum Menü geht es hier!

Die Pfefferküchlein der Sara Wennerberg, geb. 1786

Im Pfarrhaus zu Lidköping wurden immer ganz viele Pfefferkuchenkränze vor Weihnachten gebacken. Als ich das historische Rezept im Advent gesehen habe, hatte keine Zeit, es auszuprobieren. Nun konnte ich aber nicht ein ganzes Jahr warten, und deshalb habe ich sie jetzt gebacken. Sie sind wirklich toll! Hier geht es zum Rezept. Einfach bis nach ganz unten scrollen.

Die Urheberin des Rezeptes, Sara Margarethe Wennerberg, geb. Klingstedt, abgebildet von ihrem Sohn Brynolf Wennerberg um 1850.

Knusperwaffeln, wie sie die Uroma machte

Das Waffeleisen habe ich meiner Mutter abgeluchst, und sie hat auch in unserer Kindheit ab und zu Waffelröllchen damit gebacken. Meine Oma hatte anscheinend ein anderes Eisen, denn bei ihr gab es immer Waffelröllchen (und die ganze Palette Plätzchen zum 11-Uhr- und 4-Uhr-Kaffee). Immer wieder bin ich in alten Kochbüchern auf das Begriff „Gorån“, gute Knusperwaffeln, gestoßen. Lange bin ich davon ausgegangen, dass es sich um Waffelröllchen handelt, aber die früheren Knusperwaffeln wurden nicht gerollt. Sie wurden aus einem festen Teig gemacht, ausgerollt, ausgestochen und auf einem Eisen gebacken. Es gibt ganz viele Rezepte in alten Kochbüchern, aber schon aus den Kochbüchern der 1940er sind sie verschwunden. Das getestete Rezept ist eins von zwei aus Iduns Kochbuch, 1920, aber ich glaube ich habe noch mehr in einem uralten Kochbuch von Gustafva Björklund, das ich aus dem Internet kopiert habe.

Hier geht es zum Rezept. Das sind ganz große Plätzchen. Wahrscheinlich hat man sie sich geteilt. Man könnte sicher das Rezept verfeinern. Das andere Rezept, das ich nicht probiert habe, beinhaltet Eier und Hirschhornsalz, ist aber auch ungewürzt. Wenn man noch Vanille oder Orangenzesten unterrühren würde, hätte man etwas ganz feines.

Preiselbeerkuchen für die Winternascherei

Was kann eigentlich schief gehen, wenn die neue schwedische Regierung (vier Monate nach der Wahl) 115 Ja-stimmen, 153 Nein-stimmen und 77 Enthaltungen bekommt und schon vorab klar ist, dass die beteiligten Regierungsparteien versuchen, sich gegenseitig reinzulegen? Und gleichzeitig bekommen wir mit, dass 2 von 4 Regierungsparteien bei Neuwahlen unter die Sperre rutschen würden.

Hier scheint niemand gewonnen zu haben. Zum Trostessen empfehle ich daher diesen leckeren und einfachen Preiselbeerkuchen, der nach Mandeln schmeckt, obwohl keine drin sind.

Der Namenstag von Knut ist vorbei

Weiße Weihnachten gab es zwar nicht, aber im neuen Jahr um so mehr. Auch am Knutstag lag noch viel Schnee, auch wenn schon Tauwetter war. Daher habe ich gestern am Knutstag einfach so getan, als wäre noch Weihnachten und alle Weihnachtsdekorationen hängen lassen. Aber heute regnet es ununterbrochen und das müsste wohl heißen, dass Knut Weihnachten weggetanzt hat. Der arme heilige Knut, hätte es womöglich gar nicht lustig gefunden, dass man in Schweden an seinem Todestag tanzt. So heilig war er vielleicht nicht wirklich, aber er soll in einer Kirche umgebracht worden sein (wenn das nicht sein Onkel mit dem gleichen Namen war). Die beiden Knut gehörten im Mittelalter zum dänischen Königshaus, und wie überall im Mittelalter, sind die feinen Herren über Leichen gegangen, um an die Macht zu kommen. Er war sicher selbst kein Unschuldslamm, der Knut. Aber nun ist sein Namenstag vorbei und Weihnachten auch – falls wir nicht so tun wie in dem widersprüchlichen Lied: „Weihnachten geht bis Ostern, aber das ist gar nicht wahr, denn dazwischen liegt die Fastenzeit“.

Noch während des Schreibens, sehe ich, dass es wieder schneit. Doch habe ich schon so viel von den Weihnachtssachen weggeräumt, dass ich trotzdem einen Schlussstrich zu Weihnachten ziehe. Auch in Schweden ist der Alltag eingekehrt. Nach der Wahl im September konnten sich die Parteien nicht über eine neue Regierung einigen. Bis kurz vor Weihnachten haben sie herumgestritten. Dann haben sie sich bis zum Knut Urlaub genehmigt und jetzt geht es wieder los. Wenn sie bis zur nächsten Woche weiter so machen gibt es Neuwahlen. Vielleicht gibt es danach eine gewählte Regierung. Oder schon vorher. Oder nachher auch nicht. Das werden wir mal sehen.

Das aktuelle Rezept ist natürlich die Semmel!

Bei mir gibt es die erst zum Faschingsdienstag, aber in Schweden läuft der Verkauf schon seit Jahresanfang!