Wieder mal Jansson

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Janssons Versuchung wird bei mir mal gut, mal weniger gut. Ich glaube, es liegt sehr an den Kartoffeln. Manche Köche schwören auf mehlig kochend, andere nicht. Der berühmte Hausmanns-Koch Leif Mannerström erzählt in einem YouTube-Beitrag, wie er es macht, und ich habe es ihm nachgemacht.

  1. Kartoffeln nicht in Wasser legen (damit sie sich nicht verfärben), da die Stärke dann abgespült wird. Siehe auch wie toll Mannerström die Kartoffeln schneidet.
  2. Zwiebeln in Butter anschwitzen / leicht anbraten, damit die Flüßigkeit weggeht. Dann kann man die Butterklekse obendrauf auch weglassen.
  3. Den Ansjovis-Sud mit der Sahne mischen. Und noch etwas Tomatenmark und Kaviarcreme unterrühren.

Was aber kein Hit war, die Ansjovisfilets oben drauf schick anzurichten. Sie neigen nämlich zum Anbrennen.

Danke EssBotschaft!

Ich habe mich sehr gefreut, als ich aus dem Urlaub zurück kam und entdeckte, dass ich von EssBotschaft für den Liebster Award nominiert worden war. Besucht doch mal ihren schönen Blog! Aber aus unterschiedlichen Gründen gebe ich den Ball doch nicht weiter. Trotzdem, ich fühle mich sehr geehrt! Vielen Dank!

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Im Urlaub habe ich wenig gekocht, nur ein paar Aufläufe aus Mannerströms Heringskochbuch, aber irgendwie waren sie sich ziemlich ähnlich, ob mit südländischem oder nordischem Gemüse. Oben eine Variante mit extra Bückling und schwedischem Matjes (er ist eingelegt), Apfelscheiben, Chilisauce, Sahne und Estragon. Dazu Leichtbier, das sehr gut schmeckt, wenn man Durst hat, aber nur dann.

Diesmal waren wir im Juli in Schweden, nicht im August, wie sonst. Es war schon anders. Bei uns im Garten gab es unwahrscheinlich viele Süßkirschen und fast niemand ist an unserem Häuschen vorbeigefahren. Sonst kann man die Fahrzeuge an den Fingern von bis zu zwei Händen am Tag zählen; das ist wahrscheinlich Berufsverkehr. Im Urlaubsmonat Juli war ein Auto fast eine kleine Sensation. Gegen Ende wurden es doch etwas mehr. Wir besuchten auch die einigermaßen große Stadt Jönköping und sie war wie ausgestorben (naja, fast). Sowas, aber auch!

Das Wetter war auch super. Ausnahmsweise haben wir sogar einen Elch gesehen, der unseren Weg kreuzte. In Småland im Wald natürlich.

Kulinarische Impressionen aus dem Urlaub

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Tadaa! Ich bin wieder da! Diesmal haben wir im heimatlichen Urlaub mehrmals auswärts gegessen. Ein bisschen wollten wir noch ein paar Restaurants aus dem White Guide – Die besten Restaurants Schwedens – testen, was aber nicht heißt, das wir die oberen Kategorien besucht haben. Die gibt es gar nicht um Lidköping herum, wo wir Urlaub machen. Ich habe schon mal über Restaurant Hvita Hjorten vor Schloss Läckö gelästert (Klasse 3, sehr gut), auch wenn ich dort nur das Angebot und das Ambiente gesehen habe – die Besucher des Naturkundemuseum treiben sich quasi im Restaurant rum. Wenigstens gibt es dort genug Toiletten. Dann habe ich schon mal in Sjöboden (Klasse 4, gut) draußen im Fischhafen gegessen, aber möglicherweise war das Restaurant damals nicht gelistet. Es war ja ganz OK, das Essen, aber Stühle und Tische so aufgestellt wie in der Kantine, und so weit ich beurteilen kann (hab schon wieder das Menü im Aushang angeguckt), hat sich nichts verändert, außer dass das marode Strohdach gegen Wellblech oder Pappe ausgetauscht wurde. Vielleicht bekommen Restaurants, die am Wasser liegen, immer Pluspunkte fürs Ambiente.

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Jetzt aber zum erfreulichen! Wir haben uns auch in Mariestad umgesehen und dort bei Sill & Dynamit (Klasse 5, ganz OK) gegessen. Es gab im Juli nur ein „Urlaubsessen“, wohl etwas teurer und besser (?) als das normale Tagesgericht. Zur Auswahl stand Steak auf Brot (sah ganz gut aus, wie Roastbeef vom Braten frisch geschnitten), Heringsteller, Barsch und möglicherweise noch etwas. Wir haben den geräucherten Barsch genommen, wie die meisten anderen Gäste auch, teils weil dies etwas ungewöhnlich ist, und teils weil er im White Guide angepriesen wurde. Dazu Remoulade (sicher selbst gemacht, lecker), eingelegte rote Zwiebeln und die obligatorischen kleinen Schälkartoffeln plus Salatgarnitur (ohne Dressing). Prima! Obwohl, ob der Koch kochen kann, kriegt man natürlich nicht raus bei der Auswahl. Es waren ja nur die Kartoffeln warm, vielleicht das Fleisch beim Steakbrot. Bedienung sehr freundlich und kompetent, aber ganz alleine bei den ganzen Gästen die nach dem Foto gemacht worden war eingetrudelt sind.

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Beim Ambiente – Aussicht über den Gästehafen und die schöne Jugendherberge – gab es wenig zu meckern. Gut, die Toilette. Es gab nur eine einzige für Damen, Herren und Behinderte, was kein Einzelfall ist. Drinnen im Restaurant sah es sonst ganz nett aus.

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Dann ging es weiter mit einem Ausflug zum Nordpol. Den hatte sich meine Mutter zum 80. gewünscht. Das heißt, die Konditorei Nordpolen im Städchen Vara, die Konditorei des Jahres in Schweden. Sie ist sehr bekannt und wohl ganz oben auf der White-Guide-Konditorei-Liste, aber die habe ich nicht.

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Dort hatte ich die Sommertorte im Alma-Zimmer eine Etage höher bestellt. Gut so, denn unten war mitten in der Woche (zwar Urlaubszeit) die Hölle los. Die Einrichtung ist wirklich sehr schön und die Torte auch ganz toll. Aber ich denke, sie unterscheidet sich nicht sehr von den anderen Sahnetorten. Auch das andere Gebäck, war sehr gut, halt die traditionellen Teile, aber selbst gemacht. Wenn man da etwas zu monieren hätte, wäre es wohl, dass es keine saisonsbetonte Produkte mit Früchten der Saison gab, wie man es aus Deutschland kennt. Wahrscheinlich gibt es die Sommertorte auch im Winter.

Am Pirum Restaurang & Vinbar (Klasse 4, gut) haben wir nur die Karte draußen studiert. Das Restaurant hat erst abends aufgemacht. Dafür sind wir mittags bei Mellbygatans ost & delikatesser (Klasse 3, sehr gut) eingekehrt. Mittags kann man aber nicht so viel erwarten, weil das Preisniveau in der ganzen Stadt bei etwa 85 Kronen liegt (8 – 9 €) und darüber die Konkurrenz bei den ganzen Cafés groß ist. Zum Tagesgericht gibt es immer etwas zu trinken und einen Salatbuffet, plus Kaffee. Also ist der Spielraum klein, wenn man qualitätsmäßig abheben will.

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Es gab, wie üblich, mehrere Tagesgerichte zur Auswahl. Irgendwas mit Hähnchen glaube ich und noch vegetarische Pasta. Wir haben die Wurst und den Lachsburger bestellt. Die Wurst war sehr gut, entweder selbst gemacht oder von einem richtigen kleinen Metzger, falls es noch solche gibt. Dazu gab es Sauerkraut, ganz gut, und „deutschen Kartoffelsalat“. Es waren aber nur die normalen Schälkartöffelchen vom Vortag, halbiert und mit Essig-Öl angemacht.

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Der Lachsburger war in seiner Art sehr gut, saftig und mit selbst gebackenem Brot oder vom Bäcker. Mit einem Dipp und die in Butter geschwenkten Kartöffelchen, was kaum nötig gewesen wäre. Im White-Guide wird aber die Einrichtung, das Porzellan und das Ambiente in den höchsten Tönen und detailliert gelobt, ja Pustekuchen, der Besitzer muss nachdem die Tester da waren, die schönen Bilder, die Gardinen und alles auf den Müll geschmissen haben. Übrig geblieben war eine sehr spartanische Einrichtung mit Aussicht über das Polizeirevier, das zudem gerade renoviert wurde. Die Toilette habe ich nicht aufgesucht, aber (denn) sie ist in allen schwedischen Restaurants eine Schwachstelle. Was dazu führt, dass wenig getrunken wird.

Wir wollten ein anderes Mal das Vigrum Krog & Kafé (Klasse 4, gut) etwas außerhalb von der Stadt, aufsuchen, haben nicht hingefunden und es war schon halb zwei. Daher haben wir schnell beim Restaurant Strand in der ehemaligen Porzellanfabrik gegessen. Das finde ich in allen Hinsichten völlig OK, ist aber nirgendwo gelistet.

Wahrscheinlich wird vor allem bei den Restaurants die Abendkarte und das Getränkeangebot beurteilt. Zwischen das Mittagsgeschäft und das Abendgeschäft ist in Schweden ein Riesenunterschied. Hier in Bayern gibt es immer auch einfachere Gerichte, aber in Schweden können nicht-sehr-gut-betuchte Leute abends nur zum Imbiss gehen oder zu Hause bleiben. Das ist irgendwie Schade. Schade finde ich auch, dass sich die Restaurants immer abgucken, was die anderen auftischen und fast nie das Angebot wechseln. Als Vorspeise gibt es meistens Meeresfrüchte und Kaviar vom Edelfisch (was man natürlich beim Fischhändler viel günstiger kaufen und einfach aufs Teller legen kann), als Hauptgericht bieten die Restaurants wahlweise Zander (Lachs ist out), Rinderfilet, Burger und etwas Fleischloses an, zwar schicki-micki angerichtet, aber die große Auswahl ist es nicht. Kurz gesagt: alles wird kurz gebraten. Als Nachtisch fast immer Crème Brûlée, Käseplatte und Erdbeeren mit Vanilleeis. Mellbygatan bietet aber eine frittierte Zimtschnecke an, was auch im White-Guide gelobt wird. Dass es im Moment Beerenobst in Hülle und Fülle gibt, merkt man im Restaurant nichts von. Es gibt Crème Brûlée und fertig. Vielleicht probiere ich mal die ungewöhnliche frittierte Zimtschnecke zu Hause aus, aber vielleicht doch nicht. Dann haben wir noch in der La Locanda Pizzeria in Jönköping das Mittagsbuffet probiert, völlig OK und schöne Einrichtung. Diesmal haben wir nicht in der Orangerie in Hällekis gegessen, ist aber immer sehr zu empfehlen, genau wie Löfvings Künstlercafé am Hornborgasee. Gemütlich und nett gekocht. Jedoch waren wir in Hjulets Café und haben leckeren hausgemachten Blaubeerpie mit Streuseln bekommen, aber die Vanillesauce war aus der Tüte. Sjöutsikten auf Kinnekulle bot ein schönes Konzert mit zwei netten Musikstudenten an, aber dort haben wir nur ein Eis gegessen. Sonst gab es daheim fast nur Hering aus dem Glas und Knäckebrot. Das ist auch sehr lecker.

So, jetzt wisst ihr, wo ich mich die letzten Wochen herumgetrieben und vor allem, was ich gegessen habe.

Neu eingestellt

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Bevor ich es vergesse. Beim Kladdkaka – Schokokuchen Sankt Hans habe ich noch ein Hannes-mäßiges Rezept zugefügt, d. h. mit schwarzen Johannisbeeren. Siehe hier! So schmecken Johannisbeeren echt lecker.

Und den historischen Zwiebelauflauf für das Wikingeressen habe ich hier abgelegt. Auch für Vegetarier geeignet.

Ein Wikingerschmaus

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Leicht gemogelt, aber theoretisch hätte der Romanheld Röde Orm dieses Gericht zaubern können, nachdem er wieder aus der Gefangenschaft beim Sultan falafelinspiriert nach Hause kam und zu den hohen Feiertagen sein Pferdefleisch genoss. Das wäre natürlich bevor er getauft wurde, denn die Kirche dultete kein Pferdefleisch. Jedenfalls, uns hat es geschmeckt. Hier geht es zum Rezept. Ich habe versucht, mich an die damals gängigen Zutaten zu halten, aber 100% authentisch wird es schon nicht sein.

Hering im Pelzmantel

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Also, ich kann euch diesen Heringsalat nicht vorenthalten, obwohl er gar nicht aus Schweden stammt. Ich habe ihn auf einer französischen Site gefunden, wo er als russisch angepriesen wird. Eigentlich ist es ein normaler Heringsalat in der Form von einem Schichtsalat und optisch aufgemotzt. Jedenfalls kam er auf unserem Seemannsabend so gut an, dass ich ihn nicht kosten durfte, bevor er weg war.

Meine Variante:

Ganz unten Matjes klein geschnitten

Zwiebeln, klein gehackt und kurz blanchiert

Eine dünne Schicht Mayo

Gekochte Kartoffelwürfel

Eine dünne Schicht Mayo

Gekochte, gehackte Eier

Gehackte gekochte rote Bete, und etwas rote Bete aus dem Glas

Eine dünne Schicht Mayo

Geriebene Karotten

Eine dünne Schicht Mayo, aber nicht wo das Gesicht ist

Deko: Augenweiß – Eiweiß, das Schwarze ist Trüffelersatz (Oliven wären auch eine Möglichkeit) mit Mayo festgeklebt. Mund und Schuppen – Rote Zwiebeln und etwas Trüffelersatz

Viel Spaß beim Nachmachen!

Hering zuckerfrei einlegen – geht das?

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Für Schweden ist es vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kann Hering auch ohne Zucker einlegen! Ansonsten ist dieses Rezept eine dänische Variante von dem in Schweden beliebten rötlichen Sandelholzhering. Und diese Variante habe ich wiederum vom schwedischen Koch Leif Mannerström. Ich bin von Salzhering ausgegangen, aber ich denke, nicht allzu öliger Matjeshering kann man auch nehmen. Sehr lecker! Dieses Rezept habe ich für den Mittsommerabend en famille vorbereitet. Am Mittsommertag hatten wir dann unser Mittsommerfest im Verein. Wir haben noch geschafft, den Baum zu errichten und vier Tanzlieder (Kleine Frösche / Schweinchen; Des Pfarrers kleine Krähe; Drei kleine Weibchen und alle sieben Verse von Wir gehen um den Wacholderbusch und waschen, spülen, hängen, bügeln, mangeln, putzen, gehen in die Kirche) zu singen und tanzen, bevor der Baum fast auf den Kopf des Accordeonisten gefallen ist, und Wind und Regen über uns hereinbrachen. Typisches Mittsommerwetter, eben.

Zum Rezept: Es ist aus Leif Mannerströms Sill & Strömming, das schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Damals und immer noch war Nussbutter hochaktuell bei schwedischen Köchen, und wird auch für dieses Rezept empfohlen. Nussbutter ist ja auch was feines, aber die schwedischen Feinschmecker haben anscheinend jetzt genug davon, und meckern im aktuellen White Guide Restaurantführer darüber. Und hier geht es zum Rezept. Dort gibt es noch einen Link zu einem pappsüßen Gewürzhering, den ich selbst kreiert habe. Sucht euch aus, was euch besser gefällt.