Von den Nachbarn abgeguckt

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Das isländische Produkt Skyr gibt es jetzt in vielen Läden. Es ist eine Art Magerquark/Yoghurt. Der Skyrkaka wird in Island meistens mit Blaubeeren gegessen und hier habe ich Blaubeerskyr (schmeckt hervorragend) verwendet (bei Lidl gefunden). Hoffentlich ist es OK, das ich ausnahmsweise ein nicht schwedisches Rezept vorstelle. Hier kommt man ganz ohne Ofen aus, es ist nämlich ein Cheesecake mit Gelatine. Zum Rezept geht es hier.

Rosarot zum Rosenmontag oder zum Geburtstag der kleinen Prinzessin

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Ein paar Tüten ungefüllte Mazarinförmchen (mit Mürbeteig!) lagern noch eingefroren seit dem letzten Mal – Rezept. Aus einem Rest Marzipan habe ich einen kleinen Satz Füllung gemacht und in jeden Mazarin 4 Johannisbeeren reingesteckt (es hätten auch mehr sein können, aber ich wollte die Masse nicht zu feucht machen). Der Glasur besteht diesmal nur aus Puderzucker und Saft von den Beeren. Zufällig feierte gleichzeitig die kleine Prinzessin Estelle ihren 5. Geburtstag, was aufmerksame Bäcker (wie die bei der Konditorei Nordpolen – siehe Facebook von gestern) schon vorher wussten.

Für die schwedische Faschingsprinzessin

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… falls es eine gäbe (Paraphrase der Überschrift des Gedichts Für meine liebe Tochter, wenn ich eine hätte, von Anna Maria Lenngren 1794 – Några ord till min kära dotter, ifall jag hade någon.)

Wie ziemlich bekannt ist, gibt es in Schweden kein Faschingstreiben mit Verkleidung, was mich jetzt doch wundert, weil ich zufällig mal die Überschriften in der norwegischen Zeitung Aftenposten durchlas, und dazwischen auf Anzeigen für Faschingskostüme stoß. Dafür gibt es in Schweden die berühmte Faschingssemmel, in diesem Jahr zum ersten Mal als Prinzessintorte verkleidet. Ein Konditor aus Nässjö hat das Gebäck aus den zwei Lieblingbackwerke der Schweden kombiniert.

Dafür braucht man zuerst eine ungefüllte Semmel (Milchbrötchen), Rezepte siehe hier. Davon schneidet man einen runden Deckel ab. Dann braucht man eine ziemlich große Portion Marzipanrohmasse, die man mit grüner Speisefarbe und Puderzucker arbeitet, bis die Farbe und Konsistenz gefällt. Der grüne Teig wird so dünn wie möglich auf Puderzucker oder (Kartoffel)mehl ausgerollt. Jetzt empfiehlt es sich, etwas Marzipan in die Mitte des Gebäcks einzudrücken und dann die ausgerollte Marzipan darüber zu spannen (ohne Deckel versteht sich). Jetzt kommt ein Klecks Himbeerkonfitüre darauf. Über den Deckel wird ebenso Marzipan gezogen. Jetzt spritzt man Schlagsahne über den Unterteil und auf die Konfitüre und platziert den Deckel darauf. Fertig ist die Prinzessinsemmel aus Nässjö! (Die Aussprache von Nässjö ist nicht so einfach, aber ich glaube, die Stadt Växjö ist noch schwieriger in dieser Hinsicht – jedenfalls, wer im Sommer nach Småland fährt, sollte schon mal anfangen zu üben.)

Kladdkaka, wie er für den Cafébetrieb gebacken wird

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Vielleicht war die Saint-Honoré-Tülle ein Fehler. Jetzt sieht der schöne Kuchen nach dem Profirezept aus wie eine Versammlung von Nacktschnecken. Na gut, ihr müsst dann eine andere Spritztülle für die Ganache nehmen. Wichtig beim Backen von dem Kladdkaka ist, dass er über Nacht im Kühlschrank fest wird. Hier geht es zum Rezept. Das neue Konditoreirezept findet ihr ganz unten auf der Seite. Der Kuchen schmeckt echt toll!

Eine Beilage aus gutem Hause

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Ich wollte schon lange dieses Rezept vom Restaurant Operakällaren ausprobieren, und bin extra in die Stadt gefahren, um Perlzwiebeln zu suchen. Leider ist es wohl nicht die Saison der Perlzwiebeln, denn der Preis dafür ist im Moment lächerlich hoch. Aber ich habe gemischte kleine „Haushaltszwiebeln“ gefunden, die es auch taten. Das ist ein sehr nettes kaltes Rezept für viele Gelegenheiten und das Gericht hat diesen schwedischen süß-sauren Geschmack. Hier geht es zu den Zwiebeln.

Ein Mazarin nach Art des Konditors

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Der Mazarin ist fast ein schwedisches Nationalgebäck. Wie lange es ihn gibt, weiß ich nicht. Das Küchlein ist so ähnlich wie die Pasteten aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, aber ob es wirklich aus der Küche vom französischen Staatsmann Mazarin stammt ist wohl ziemlich fragwürdig. Jedenfalls habe ich bei meiner Suche auf Französisch nicht viel Brauchbares gefunden. Die Aussprache vom Gebäck ist übrigens ganz unfranzösisch: Massarin (die betonte Endung in wie in in Apfelsine, nur ohne e). In dem Plätzchenwettbewerb von 1965 hat mal eine Variante Mazarin gewonnen. Es gibt aber jede Menge. In meiner Jugend habe ich mal ein Sparsamkeitsrezept ausprobiert, wo die Marzipanrohmasse mit zerdrückten Kartoffeln gestreckt wird. Ich kann mich noch an die Klumpen erinnern! Jedenfalls mache ich sie selten genug, weil ich die ovalen Förmchen nicht habe. Die gewellten tun es zwar auch, aber sie müssen sorgfältig gefettet werden und das macht eine Menge Arbeit. Diesmal habe ich Einwegförmchen, die ich in Schweden mal gekauft habe, benutzt. Mit denen bin ich voll zufrieden. Das neue Profirezept habe ich zu den anderen Mazarinrezepten zugefügt. Siehe hier!

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Bei meinen Mazarinrecherchen im Internet bin ich dann auf eine Schilderung von dem typischen Kaffeklatsch gestoßen. Es war eine rein weibliche Angelegenheit und die Sache mit den 7 Sorten Gebäck wurde geklärt. Zuerst fing man mit dem Hefegebäck (Zimtschnecke z. B.) an. Dann gab es eine Sorte Feingebäck (der Mazarin wurde erwähnt) – später hat man meistens einen einfachen Rührkuchen oder eine Biskuitrolle serviert. Dann erst kamen die 7 Sorten Plätzchen, wobei 7 die Mindestanzahl war. Zum Schluss wurde noch eine Sahnetorte aufgetragen. Es ist wohl nicht unwahrscheinlich, dass die Damen an dem Abend das Abendbrot ausgelassen haben.