Gewürze

In Schweden haben wir ein Haus besichtigt, das in den 50ern errichtet wurde. In der Küche hing noch das alte Gewürz- und Zutatenregal. Die Schübe für Mehl, Haferflocken, Zucker und so weiter passten nicht auf das Foto, aber ich finde es interessant zu sehen, welche Gewürze in der schwedischen Küche unabdingbar sind. Und zwar: Zimt, weißer Pfeffer, Kardamom, Ingwer, Piment und Gewürznelken. Was braucht man denn sonst noch?

Als ich nach Deutschland kam, wunderte ich mich über die Regale mit Tütenwürze für „Hackfleischauflauf“, „Fisch mit Pilzsauce“, „Hähnchenrollen“ und und und. Immer noch sehe ich wie vor allem ältere Damen ihre Putenfilets mitsamt „Putenfilets mit Spinat-Würze“ aufs Kassenband legen. Dies habe ich nie in Schweden gesehen. Es muss ein Ergebnis der frühen Fernsehwerbung sein. In Schweden gab es lange Zeit gar keine Fernsehwerbung. (Aber die Kinowerbung war unglaublich beliebt – niemand trudelte erst nach der Werbung ein!) Einmal wollte man einen Versuch mit ausländischen Sendern in Südschweden testen (wobei sie dort schon immer dänisches Fernsehen empfangen konnten) und die Frage war: DDR- oder BRD-Sendungen? Die Frage wurde ganz schnell entschieden. In der Bundesrepublik gab es die verpönte und unglaublich schädliche Fernsehwerbung, die die Zuschauer beeinflussen könnten. In der DDR gab es die nicht. Also durften die Südschweden probeweise das DDR-Fernsehen genießen. Was aus diesem Versuch herauskam, weiß ich nicht, aber jedenfalls keine Würztüten. Dafür wird Tütensuppe immer noch verkauft.

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Schönen Nationalfeiertag!

Heute, am 6. Juni, feiert man in Schweden den Nationalfeiertag. Oder auch nicht, denn wie man den Nationalfeiertag begeht, ist die große Frage, seit er vor nicht zu langer Zeit eingeführt wurde. Früher war der 6. Tag einfach der Tag der schwedischen Fahne. Die hat man gehisst, ist zur Arbeit und zur Schule gegangen, hat vielleicht nachmittags ein Stück Torte gegessen und das war es dann. Hier und da gab es Feierlichkeiten, wo die Fahnenträger und die Honorationen unter sich waren, haben Reden gehalten und sind wieder nach Hause gegangen. Heute ist der Tag arbeits- und schulfrei. Und nun?

Der wirkliche, aber inoffizielle, Nationalfeiertag ist und bleibt der Tag vor dem Mittsommertag. Er fällt immer auf einem Freitag und ist streng genommen kein Feiertag, aber die wenigsten arbeiten an diesem Tag, jedenfalls nachmittags nicht. Es sind dann auch Schulferien.

Gut, was machen wir denn heute Abend? Ich wette, ich weiß was meine Schwester tut. Sich ausruhen. Gestern war nämlich Schulabschluss für die Schulabgänger, die sich nun Studenten nennen, und ihr jüngster Sprössling hat wie die anderen schön mit der Familie und seinen Freunden gefeiert. Bayerisches Kellerbier gab es – woher wohl, und kalte Platten! Leider konnten wir nicht bis zum Fest in Schweden bleiben. Nächste Woche feiert dann der Sohn meiner anderen Schwester. Da sind wir leider auch nicht dabei. Und dann gibt es keine Schulabschlüsse mehr in der Familie, jedenfalls lange nicht mehr.

Bei uns gibt es zum Nationalfeiertag Spargel und Erdbeeren. So viel Feier muss sein.

Norwegische Waffeln zum 17. Mai

Kardamom, das Lieblingsgewürz der Schweden, scheint ja auch in Norwegen beliebt zu sein! Neulich habe ich ein norwegisches Waffelrezept mit Kardamom ausprobiert und für gut befunden! Ich schlage mal vor, die Waffeln zum norwegischen Nationalfeiertag am 17. Mai zu backen! Entweder mit einem Klecks Butter, wie in Norwegen, oder mit Rhabarberkompott und Eis, wie bei mir, oder mit Sahne und Konfitüre! Hier geht es zur Sammlung von Waffelrezepten!

Ein neues und ein sehr altes Heringsrezept

Dieses Jahr sind eingelegte Heringe mit Zitrone und Honig angesagt. Das ist eine sehr schöne Kombination. Hier habe ich sie ausgetestet. Wenn ich das nächste Mal nach Schweden fahre, will ich probieren, ob meine Variante Ähnlichkeiten mit dem Heringsglas aus dem Kühlregal hat.

Wenn ich so in meinen alten Kochbüchern vom Flohmarkt blättere, sehe ich, dass alle diese Heringsgläser ziemlich neumodisch sind. Früher gab es vielleicht Glasmeisterhering, mehr nicht. Hering hat man ganz anders gegessen, vor allem sehr rustikal. Nicht mal in den einigermaßen modernen Kochbüchern aus den 50ern findet man besonders viele Rezepte in der Art wie man heute Hering einlegt. Dafür gibt es viele Rezepte, die inzwischen fast vergessen sind. Für Karfreitag habe ich die „Kleinen falschen Heringspasteten“ von Gustafva Björklund, 1882, gemacht. Dieses Kochbuch kann man übrigens im Internet herunterladen.

Die Pastetenförmchen sind aber nicht vorgesehen, sondern nur Blätterteigtaler. Da ich aber welche übrig hatte (das Rezept ist bei den Janssonvariationen abgespeichert), weil ich Hackfleischpasteten nach dem Rezept von Goethes Oma (Frankfurter Pasteten, die aber auf diesem Blog nichts zu suchen haben) gemacht habe, boten diese sich an.

Die „falschen“ Heringspasteten sind ohne extra Hackfleisch, im Gegensatz zu den „echten“. Hier geht es zum Rezept.

Kartoffelbrot

Das Kartoffelbrot, das ich hier beim Bäcker kaufe, ist ganz anders als dieses Kartoffelbrot aus den Kriegsjahren. Ich habe immer Kartoffelbrot ganz lecker gefunden, aber wahrscheinlich war es früher völlig unvorstellbar, dass man Kartoffeln ins Brot mischte. Neulich habe ich zum Beispiel eine Sendung über die Kriegszeit in England gesehen. Dort hat man sinngemäß gesagt: „Damals hat man alles Mögliche ins Brot gemischt, ums Getreide zu strecken, sogar Kartoffeln.“

Dies ist jedoch ein typisches schwedisches Brot, wo eben auch Kartoffeln drin sind. Fett gibt es nur um die Form einzufetten, aber vielleicht könnte man auch das Brot „formlos“ backen, dann würde man ja nur etwas Fett fürs Blech brauchen (Backpapier gab es nicht). Es ist Zuckerrübensirup drin, Roggen- und Weizenmehl, Hefe und zusätzlich Natron. Persönlich mag ich lieber Brot ohne Natrongeschmack. Deshalb werde ich dieses Brot wahrscheinlich nicht wieder backen. Aber probiert es gerne!

Landschaftsgerichte

Saibling mit Sahnebeilage ist das traditionelle Landschaftsgericht von Härjedalen. Vor allem die Sahnebeilage gab es früher an allen hohen Festtagen.

Närke oberhalb vom Vätternsee stellt als neues Landschaftsgericht Hohe Rippe im Dunkelbier vor.

Am Wochenende habe ich beide Gerichte getestet und für gut befunden. Wer für die hohe Rippe kein Großmachtsbier findet, kann auf ein anderes Dunkelbier zurückgreifen!

Viel Spaß beim Nachkochen!

April, April…

Mir fallen keine Scherze zum 1. April ein. Die Lokalblätter früher hatten es drauf. Damals hat man auch alles geglaubt, was in der Zeitung stand. Bei uns wurde einmal behauptet, dass der Müllabfuhr abgeschafft worden sei, und dass jeder mit seiner Tüte zum Marktplatz gehen soll. Da wurden die Hereingelegten von den Zeitungsfritzen und Fotografen im Empfang genommen. Wenn jemand auf ein Aprilscherz hereinfällt, dann sagt man in Schweden:

April, april, du dumma sill!

Jag kan lura dig vart jag vill!

Dass Heringe dumm sind, ist natürlich gut möglich. Wer hat schon ein intelligentes Gespräch mit einem Hering geführt? Aber hier handelt geht es wohl eher darum, ein Reim auf „vill“ zu finden. Frei übersetzt: „Ich kann dich überall hin locken!“ Außerdem hat es vielleicht mit dem französischen „Poisson d´Avril“ zu tun, aber darüber habe ich noch keine Recherchen angestellt.

Stattdessen habe ich meinen Blog mit Rezepten ergänzt. Hier geht es zu einem kleinen Smörgåstårta, hier zu Apfelmusküchlein, hier zu einem sehr leckeren Brot!

Update: Es gab dieses Jahr einen gelungenen Aprilscherz: Die Schwedische Kirche behauptete am 1. April, dass der Kirchenkaffee und überhaupt Kaffee trinken in der Kirche aus Umweltgründen abgeschafft werden sollte. Auch weil Pfarrer angeblich 20% ihrer Dienstzeit mit Kaffee trinken verplempern. Die Leute waren entsetzt!!! Und kaum einer kam darauf, dass es ein Scherz sein könnte.