Wurst – Korv

Die berühmteste schwedische Wurst ist sicher die Falukorv. Auf Deutsch einfach Fleischwurst. Die Geschichte hinter der Falukorv ist folgende:

Damals, als die Bergleute in Falun, Kupfer ohne Maschinen zu Tage förderten, brauchten sie sehr viele starke Streifen aus Ochsenhaut, um die schwere Last an die Oberfläche zu bekommen. Aber was tun mit dem Nebenprodukt Fleisch? Die Antwort brachten die deutschen Hantwerker: Wurst machen!

Es ist daher kein Wunder, das Fleischwurst und Falukorv sich sehr ähneln. Allerdings ist die einfache Fleischwurst von Lidl oder Aldi meistens aus höherer Qualität als die Falukorv. Wenn in Schweden, daher immer den Fleischanteil von der Packung entnehmen. Es gibt große Unterschiede. Wenn in Deutschland, kann man aus Wursthinsicht kaum etwas falsch machen.

Hier ein super-duper-einfaches Rezept mit Falukorv. Keile in eine Wurst schneiden, die Innenseiten mit Ketchup und Senf bestreichen und dann abwechselnd Apfelscheibchen und Käsestücke hereintun. Im Ofen backen, bis die Farbe schön ist. Die Wurst kann auch ein Gemüsebett gelegt werden. Manchmal sagt man Schweizerwurst dazu; der Käse wegen, wahrscheinlich.

Falukorv – Roulade

Es gibt unglaublich viele Rezepte für Falukorv. Irgendwie muss man sie schon aufmotzen, besonders weil sie in Schweden teilweise aus nur wenig Fleisch besteht (ab 45% Fleischeingabe – es gibt aber mit fast doppelt so viel!). Mit einem Stück Fleischwurst (80%) habe ich nun Rouladen gezaubert.

Mit der Mandoline habe ich ganz dünne Scheiben bekommen (das, was für Rouladen nicht mehr zu verwenden war, habe ich für einen Wurstsalat benutzt), mit körnigem Senf bestrichen, mit einem dünnen Streifen (Schwarzwälder) Schinken, etwas Zwiebel und Apfel belegt und eingerollt. Zusammengebunden habe ich die Rouladen mit Lauchstreifen, ganz kurz blanchiert. Dazu habe ich eine Pilzsauce gemacht, die Rouladen darauf gelegt und alles im Ofen erhitzt.

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Dies ist ein bekanntes Lied über ein Kind, das von seiner Mutter die noch nicht existierenden geblümten Falukorv verlangt!

Dann gibt es die Wienerle und ähnliches. Sehr beliebt in Schweden, aber auch hier gibt es große Qualitätsunterschiede. Wienerkorv und Prinskorv sind sehr viel besser als Varmkorv, das ist schon mal klar. Die Prinskorvar sind halb so lang wie die Wienerkorvar und sehen netter aus auf dem Buffet, auf dem Frühstückstisch oder als Suppeneinlage, als die langen Würste. Die Prinskorvar bekommt man auch sehr gut dadurch hin, wenn man Wienerle halbiert, ein Kreuz an beiden enden schneidet und anbrät. Nach der Zubereitung sieht niemand, dass es sich um Wienerle handelt. Jetzt hat man ein Wienerle in zwei Ferkelchen – Griskultingar – verwandelt!

Prickig korv – Wurst mit Pünktchen – Cervelatwurst auf dem Brot kommt auch sehr gut an, besonders bei Kindern.

Die Wurst zum Sieden, Fläskkorv oder Grynkorv (mit Gerstenkörner) und z. B. Senfsauce habe ich in Deutschland noch nicht gefunden, aber da der Wurstvielfalt hier so groß ist, halte ich es eigentlich bis zum nächsten Schwedenurlaub aus. Dann gibt es Grynkorv bei der Mama.

Ich möchte noch die besondere leicht saure Wurst, Isterband, aus Småland empfehlen. Vielleicht sollte man das erste Mal nur eine Packung kaufen, da sie etwas ungewöhnlich schmeckt, aber sie ist jedenfalls eine Chance wert!

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