Hurra, hurra, hurra, hurra!

Punsch

Fast hätte ich den 70. Geburtstag des Königs vergessen, das heißt, natürlich war mir klar, dass er am Walpurgisabend Geburtstag hat, aber dass er einen runden hat, und ihn dazu gaaaanz groß feiert, das wäre fast an mir vorbei gegangen. Also viermal HURRA für Carl XVI. Gustaf! (Dreimal ist zu popelig in Schweden, viermal muss es schon sein.) Und zwar feiert der König einmal schon am 29. April im Nordischen Museum mit allen Honorationen und dann mit der Familie am 30. April, auch ganz groß – dazu sind alle eingeladen, die im entferntesten Sinn mit ihm verwandt oder verschwägert sind. Am 1. Mai darf er dann ausschlafen (mit Stöpseln in den Ohren, um von den Schlagwörtern der Demonstranten der etwas angschlagenen Arbeiterbewegung nicht gestört zu werden – sofern sie diese Tradition in Stockholm nicht aufgegeben haben – in den kleineren Städten sind nur noch ein paar tapfere Gewerkschaftler noch dabei, während die anderen ausgiebig ihren Brunch genießen).

Nachdem man also total durchgefroren vom Walpurgisfeuer und dem Studentengesang nach Hause kommt – den Frühling begrüßen heiß noch lange nicht, dass die Temperaturen frühlingshaft wären – passt es hervorragend mit einer schnell aufgewärmten Erbsensuppe und einem Gläschen heißen Schwedenpunsch. Wem es aber nicht kalt ist, und den König ein wenig vornehmer feiern möchte, könnte zum Beispiel Nisses Matjestörtchen (unten) – die Saison für Schnittlauch hat ja angefangen – oder sonst etwas schönes auftischen! Ich will es mir noch mal durch den Kopf gehen lassen, ob ich zum Walpurgistanz der Kirchseeoner Hexen ums Feuer gehe, oder es mir daheim gemütlich mache und die Studentlieder höre.

 

Matjestörtchen

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Ein königliches Spargelrezept von 1897

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Man kann nicht wirklich behaupten, dass Schweden für Spargelrezepte bekannt ist. Der Spargel geriet im 20. Jahrhundert völlig in Vergessenheit, und als er wieder auftauchte, war nur vom grünen Spargel die Rede. Erst in letzter Zeit ißt man wieder weißen Spargel (na gut, Spargel aus dem Glas gab es schon immer). Es wird behauptet, Jürgen Grossman wäre der Koch, der den weißen Spargel im 21. Jahrhundert in Schweden einführte. Zu Zeiten Oscar II. war Spargel jedoch schon beliebt. Er hat sich sicher über sein Wappengericht Kalbsfilet Oscar II. zum 25. Thronjubiläum 1897 gefreut. Hier geht es zum Rezept. Statt Hummer und Kalbsfilet habe ich Krebsschwänze und Schweinefilet genommen. Bin ja auch kein König.

Frühjahrsputz? Nein, Staubsauger zum Fressen gern!

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Heute ist Freitag – früher Putztag in Schweden – weiß nicht ob man sich noch daran hält – und deshalb habe ich nicht nur einen Staubsauger, sondern ganz viele herausgeholt! Sind sie nicht schick? Aber schmecken tun sie noch viel besser. Wer noch Kuchenreste in der Kühltruhe hat, soll sie schnell auftauen und daraus süße kleine Teilchen fürs Wochenende zaubern! Viel Vergnügen und einen schönen Kaffeeklatsch! Hier geht es zum Rezept.

 

Neues Fischrezept in alter Tradition

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Also, ich finde dieses Rezept sehr lecker. Der junge Koch Viktor Westerlind gewann damit das Seniorenessenwettbewerb 2013, aber lasst es euch nicht abschrecken. Es ist kein Altenheimrezept! Wenn man nur eine Dose Ansjovis auftreiben kann, macht man das Gericht ohne Probleme. Die anderen Zutaten findet man in jedem Laden. Zum Rezept geht es hier. Lass es Euch schmecken!

 

Waffeln mit Verspätung

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Leider habe ich den Waffeltag blogmäßig wieder verpasst. Der 25. März (genau 9 Monate vor Weihnachten), Verkündigung des Herrn / Mariä Verkündigung, fiel auf Karfreitag, und dieser in Schweden aus kulinarischen Gründen beliebte Tag, wurde deshalb kirchlich verschoben. Er wird eh kirchlich auf einen Sonntag gelegt, nur die Waffeln kommen immer am 25. auf den Tisch, aber ich wollte es nicht so eng sehen, und die Waffeln einfach kurz vor dem kirchlichen Feiertag vorstellen. Na, Pustekuchen. Der kirchliche Feiertag wurde zurück auf den Sonntag vor dem Palmsonntag verlegt und nicht auf den 4.4., wie ich es mir vorstellte. Also müssten eigentlich die Waffeln ausfallen, aber jetzt verlinke ich sie trotzdem. Und wieso die Waffeln am Verkündigungstag serviert werden, hängt damit zusammen, dass der Tag auf Schwedisch Tag unserer Frau, Vårfrudagen, heißt, was wenn man das Wort ganz schnell spricht (wozu auch immer) zu Våffeldagen, Waffeltag) verballhornt wird.

Bei mir gab es am Karfreitag keine typisch schwedischen Waffeln, sondern welche mit Spinat und Schafskäse, die ich mit Graved Lachs serviert habe. Das Rezept kommt nicht ins Kochbuch auf Schwedisch kochen, aber hier habe ich es dokumentiert. Die Zutaten auf Deutsch: 200 g blanchierter, gehackter Spinat, 200 g zerkrümelter Schafskäse, 60 g weiche Butter, 3 EL Olivenöl, 1 Prise Salz, 3 Eier, 300 g Mehl, 250 g Wasser, 1/2 TL Backpulver. Fett und Salz schaumig rühren, Eier einzeln unterrühren, Mehl + Backpulver und dann Wasser unterheben, und schließlich auch Spinat und Schafskäse. Backen.