Unsere Lieblingsriegel in Schweden

Diese Schokoriegel kaufen wir immer, wenn in Schweden. Die Namen sollen wohl international anmuten. Sonst sind Gutsies zum selbst sammeln total beliebt. Wer auf großen Straßen durch Schweden fährt sieht ab und zu eine umgebaute Tankstelle, wo superbillige „Lösgodis“ – Gummibärchen etc. zu verkaufen sind. Als ich klein war, gab es die losen Gutsies nur im Kiosk. Da kamen wir mit unseren Münzen an und sagten: Dies und dies und das, und reicht das Geld noch für zwei davon? Die Tüten waren winzig. Heute werden die Gutsies in Riesentüten oder gleich in Eimerchen gekauft, und nicht nur samstags, wie früher. Es sind aber auch viele Erwachsene, die darauf stehen und zwar nicht zu knapp. Der bekannte Chefredakteur, Dichter und Politiker G. G. in Dalarna kann z. B. die Finger gar nicht davon lassen und hofft auf eine Zuckersteuer, um seine Sucht in den Griff zu bekommen. Wobei die ziemlich heftig sein müsste, damit er sich keine Gummibärchen mehr leisten könnte. In Norwegen haben sie so eine Steuer eingeführt. Nun fahren die Norweger in ein riesiges Einkaufszentrum an der Grenze mitten im Nirgendwo in Värmland und decken sich mit Süssigkeiten (und mehr) ein. So kann es gehen. Der Grenzhandel und die offiziellen Tourismuszahlen in Schweden profitieren sehr von der hohen Preislage und der Zuckersteuer in Norwegen. Derweil begnügen wir uns im Urlaub mit ein paar Schokoriegel.

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Rhabarber-Kardamom-Holunderblüten-Mazarinkuchen

Es ist meine Variante von der Rörstrandkuchen, einmal Gewinner des jährlichen Kuchenwettbewerbs in Lidköping. Das Rezept habe ich nicht gefunden, aber mit dem Kuchen bin ich wirklich hoch zufrieden. Wenn der Rand noch etwas schöner wäre (es hat wohl etwas Teig gefehlt) finde ich ihn selbst cafétauglich. Genug des Selbstlobs. Zum  Rezept geht es hier. Ich habe es ganz unten ergänzt. So ein Kuchen macht ganz sicher weniger Arbeit als viele kleine Küchlein.

Kochen auf Sparflamme

Auch wenn ich in Schweden gerne alte Kochbücher auf dem Flohmarkt kaufe – hier das Prinzessinnen-Kochbuch von 1941 – gekocht wird wenig.

Hier die Prinzessinnen in der Tracht der Haushaltsschule – natürlich konnte niemand früher Kronprinzessin werden, wenn sie nicht vorher eine bodenständige Ausbildung genossen hatte!

Unser tägliches Brot auf dem Land ist Knäckebrot mit Hering aus dem Glas. Die Gläser sind gut ausgespült auch für Nachtische geeignet. Einmal habe ich nämlich ein neues Rezept ausgetestet. Aber sehr, sehr abgewandelt. „Allackerbeere in Honiggelee“ von Laurent Tassel, einem französichen Koch, der mal in der schwedischen Kochnationalmannschaft kochte. Bloß hatte ich natürlich keine Allackerbeeren – sie sind echte Nordlichter – nur Rhabarber. Dann war es mir zu mühsam, unter einfachsten Verhältnissen echten Vanillepudding zu kochen und habe stattdessen Vanillejoghurt und Sahne mit Gelatine angedickt. Das Gelee habe ich jedoch fast nach Rezept gemacht.

Unten im Glas ist demnach „Vanillepudding“. Darauf Rhabarberkompott mit Rhabarber aus eigener Ernte. Das Gelee ganz oben habe ich so gemacht: Die abgepellte Schale der Rhabarberstangen in Wasser kochen – ergibt eine schöne natürliche Farbe. 250 ml (Rhabarber-)wasser mit 100 ml Honig und (im Idealfall) 2 ausgekratzten Vanilleschoten erhitzen. 1,5 Blatt Gelatine in kaltes Wasser legen, ausdrücken und im Honigwasser auflösen. Besonders fest wurde es nicht, entweder sollte es so sein, oder Rhabarber und Gelatine vertragen sich nicht, aber etwas hat es schon bewirkt. Wenn kalt, aber nicht fest, über das Kompott löffeln und alles kalt stellen. Lecker war es schon.

Zum Fototermin kamen die Gläser ins Schlafzimmerfenster mit Blick auf die Garage.

Rätsel raten

Als wir unser Häuschen in Schweden kauften, lag dieses Ding noch im Schrank in der „Waschecke“. Ich habe mich schon gefragt, was es sein könnte.

Auf einmal fiel es mir aber ein! Wir hatten gerade Besuch von den Nachbarn gehabt und mal eine ehemalige Besitzerin erwähnt. Es war die erste Person, die das Austragsstüberl als Ferienhaus benutzte. Vorher wohnten zum Beispiel ein Vater und seine Tochter drin. (Da gab es noch kein Strom im Haus. Wasser holen wir immer noch aus dem Brunnen.) Die Tochter orgelte sonntags in der Kapelle und in der Woche auf der noch vorhandenen Tretorgel im Häuschen. Dann wurde in den 70-ern das Haus versteigert und Ingrid A., Bäckerin aus dem nächsten Ort, kaufte es für 8.000 Kronen, wie die Nachbarn noch wissen. Anhand dieses Wissen schlug es mir plötzlich, was das Ding vorstellen könnte. Ich werde es demnächst ausprobieren und feststellen können, ob ich mit meiner Annahme richtig liege. Möchte jemand miträtseln?

Einmal hielt ein Auto mit vier betagten Leute vor dem Haus. Ein altes Ehepaar wollten den Berg / Hügel hinter dem Haus anschauen (aber zum Glück nicht besteigen – er ist etwas steil), wo sie sich verlobt hatten. Dies war vielleicht zur Zeit vom Vater mit der orgelnden Tochter. Ich glaube, sie waren beide in der Gegend ziemlich beliebt.

Flagge zeigen

Heute ist Schwedens Nationalfeiertag. Wer noch schnell einen Kuchen backen möchte, könnte zum Beispiel einen Kladdkaka ausprobieren. Gestern war übrigens Dänemarks Nationalfeiertag. Jetzt fällt mir ein, wahrscheinlich war ich sogar dann kurz auf dänischen Gewässern. Jedenfalls bin eben wieder da, nach einem ganz tollen Urlaub in Schweden. Ununterbrochen schönes Wetter und hochsommerliche Temperaturen! Das ist im Mai und Anfang Juni keine Selbstverständlichkeit. Da ist es auch nicht so schlimm, den Nationalfeiertag in Schweden zu verpassen. Wir stellen zum Abendbrot einfach eine kleine Flagge auf den Tisch. Heja Sverige, friskt humör, det är det som susen gör! (wie man früher bei Sportveranstaltungen sagte). Sinngemäß: Hurra für Schweden, gute Laune macht den Unterschied!

Für Pfingsten oder Muttertag

Jetzt fängt die Saison für die Smörgåstårta an. Was darf es sein? Bleibt sie vegetarisch oder kommen noch Schinkenröllchen, Wurstscheiben oder aber Krebse und Lachs drauf? Pfingsten feiern wir zuerst, der schwedische Muttertag eine Woche später am 27. Mai. Dann ist am 6. Juni Nationalfeiertag, und bald darauf feiern die Schulabgänger traditionell mit Smörgåstårta. Die Hochzeitgeselleschaften stehen vor den schönsten Kirchen Schlange (und freuen sich schon auf das Buffet) und im Juli freuen sich zwar die „Frauenzimmer“ auf Sahnetorten – jeden Tag in dieser Woche hat eine Frau Namenstag (ja, und Fredrik auch), aber irgendwann mal bekommt man vielleicht Lust auf etwas deftiges. Da hätte ich einen Vorschlag…

Am einfachsten ist es, Toast versetzt zu legen, oder aber Tramezzinibrot dafür zu benutzen. Ich habe aber auch ein Rezept für einen runden Boden aus Hefeteig. Dazwischen irgendeine Creme und obendrauf die leckersten und schönsten Zutaten. Na gut, schon nach dem Anschneiden sieht das gute Stück weniger schick aus, aber schmecken tut es trotzdem. Und die eckige Form bleibt am längsten ansehnlich, auch wenn die runde Torte auf dem Buffet mehr hermacht.

Nun steht nichts im Wege für eine schöne Feier! Viel Spaß!

Alles Gute, liebe Nachbarn!

… und feiert mal schön!

(Erklärung – heute ist der 17. Mai, der norwegische Nationalfeiertag, der unglaublich ausgiebig gefeiert wird. Viele Bilder mit Norwegenbezug habe ich nicht, aber dann fiel mir dieses Foto ein. Nicht weit vom Aussichtsturm auf Kinnekulle gibt es ein Mahnmal für norwegische Widerstandskämpfer. Hier stürzte nämlich leider ein Flugzeug mit Norwegern in einer nebligen Nacht Ende des Krieges ab. Sonst feiern aber die Norweger, dass sie nicht mehr in einer Union mit Schweden sind.)