Wieder einen Feiertag verpasst

Wobei der 6. November, der Todestag von Gustav II. Adolf (Lützen 1632), streng genommen in Teilen von Schweden nur eine Gelegenheit ist, Törtchen zu essen, und zwar egal was für ein Törtchen, Hauptsache (!) ist, dass der Kopf vom König in Schokolade drauf ist. Und damit kann ich leider beim Backen nicht dienen. Die Gustav-Adolf-Törtchen werden vorwiegend in Göteborg (gegründet von ihr-wisst-schon) mit Umkreis gegessen. Der Umkreis reicht auf jeden Fall heutzutage bis nach Vara, wo die Konditorei Nordpolen fleißig ihre Gustav-Adolf-Törtchen für gestern produziert und auch auf Facebook gepostet hat. Vielleicht streckt sich der Umkreis noch weiter, wer weiß das schon? Ich kenne die Törtchen nur aus Göteborg, bei uns 120 km weiter nördlich gab es sie damals nicht.

Dafür wird in Finnland am 6. November den Schwedentag groß gefeiert, wie ich gehört habe. Aber sicher nur von den schwedischsprachigen Finnländern. Ihre Situation dort ist nicht so gut wie früher. Und es gibt viele schwedische Schweden (Reichsschweden, wie die Finnlandsschweden sagen), die nicht mal wissen, dass es sie gibt. Da ist ganz sicher sowohl die Schule, als auch die Presse schuld. Wenigstens hat das Fernsehen ein kleines Bisschen für sie getan. Zu meiner Zeit konnte man die Mumintrolle nach den Büchern von Tove Jansson in der Flimmerkiste sehen und heute Mark Levengood, der beliebteste von allen Schwedenfinnen in Schweden, der für gemütliche Sendungen immer zu haben ist (übrigens wie Ernst Kirchsteiger, der Schwedenösterreicher, der es wohl mit seinen gemütlichen Sendungen fast zu weit getrieben hat).

Finnlandsschweden haben übrigens eine sehr gepflegte Sprache (gut, die Schule ist ja in Finnland auch hervorragend) und einen netten Dialekt. Leider gibt es viele Schweden, die ihren Dialekt für einen ausländischen Akzent halten. Er ähnelt ja auch den Akzent, den die finnischsprachigen Finnen haben. Finnlandsschweden haben zum Teil einen anderen Wortschatz. Falls sich jemand für diese Volksgruppe interessiert, möchte ich den Autor Kjell Westö empfehlen. Er gehört zu den allerbesten schwedischsprachigen Autoren unserer Zeit und er ist Finnlandsschwede. Aus seinen Büchern habe ich viel zum Thema gelernt. Außerdem sind die Bücher wirklich lesenswert. Es gibt deutsche Übersetzungen davon. Ich habe schon mal seine Romane hier im Buchhandel gesehen. Er sollte mal den Nobelpreis bekommen. Falls sich die Schwedische Akademie wieder zusammenraufen kann… Wer diese Skandale verpasst hat und darüber etwas erfahren möchte, soll mal im Internet schauen, denn jetzt ist dieser Blogeintrag zu Ende.

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