Morgen ist der Tag vor dem Tag vor dem Tag des Tunkens

Weihnachtsschinken

Ja, so sagt man in Schweden. Das traditionelle Tunken, das heißt Brot in die fette Brühe vom Weihnachtsschinken tunken, findet am Julafton, den 24. 12. statt. In Deutschland isst man manchmal Wienerle, da es schnell gehen muss, wenn die Hausfrau noch viele Vorbereitungen hat; in Schweden tunkte man früher schnell eine Scheibe Brot am Herd. Um die Tunke herzustellen braucht man idealerweise einen Weihnachtsschinken, und zwar nicht den fertig gekochten von IKEA, denn daraus bekommt man keine Brühe. Aber man kann immer noch mogeln. Z. B. wäre es möglich Würste zu kochen und ggbf. etwas Speck ins Wasser zu geben. Die Brühe abschmecken. Zum Tunken eignet sich Roggenbrot. Heute nimmt man gerne das weihnachtliche Gewürzbrot. Achtung! Es wird ganz schnell matschig! Eine Scheibe Brot auf einen Schaumlöffel legen und vorsichtig in die Brühe tunken. Herausnehmen, wenn das Brot weich, aber nicht völlig zerfallen ist.

Ja, aber was macht man jetzt, wenn man immer noch keinen Schinken gepökelt hat und den fertigen Schinken von IKEA nicht bekommt, aber trotzdem einen Schinken will? Da gibt es ein paar Möglichkeiten. Eine davon wäre, einen Kasselerbraten zu kaufen und so tun, als wäre er einen Schinken. Immerhin ist er gepökelt. Oder einen nicht gepökelten Schweinebraten nehmen. Pökelsalz ist eh nicht gesund (aber was soll´s?). Beide Varianten kann man mit Senf und Eigelb einreiben und mit Paniermehl bestreuen. Eine dritte Möglichkeit ist, ein paar schöne Scheiben Schinken fertig zu kaufen. Dann fällt es auch nicht mehr so auf, dass sie keinen Senf-krümeligen Rand haben. Und man bekommt nicht so unglaublich viele Reste.

Manchmal gibt es Meinungsverschiedenheiten dazu, ob der Schinken kalt oder noch kochend heiß serviert werden soll. Bei uns gab und gibt es ihn immer nur kalt. Im Restaurant beim großen Buffet auch. Bei der zweiten und allen folgenden Servierungen von dem Schinken (man isst in Schweden vom Weihnachtsessen bis es alle ist, und das kann bis ins neue Jahr dauern – bis man es ein ganzes Jahr nicht mehr sehen kann) ist er eh kalt. Die Frage stellt sich nur beim ersten Weihnachtsessen. Da macht jeder, wie er will.

Wie macht man denn die rot-weiße Schinkendekoration? Da braucht man zwei längliche Stücke Seidenpapier, die längs gefaltet und in einander gelegt werden. Dann schneidet man etwa 0,5 cm breite Streifen von der Falte hinunter, und lässt dabei einen Rand, so dass das Papier noch zusammen hält. Schließlich befestigt man das eine Ende ganz oben an einen Blumenstab oder an ein Schaslikstäbchen und wickelt das Papier immer weiter ums Stäbchen herum und hinunter und befestigt es am anderen Ende. Dann wird das Papier etwas zerwuschelt. Ich hoffe, die Erklärung ist einigermaßen klar.

So jetzt können wir getrost den Tag vor dem Tag vor dem Tag des Tunkens angehen. Ich werde jetzt mein Stück Schweinefleisch aus dem Pökelsud nehmen und in frisches Wasser legen, damit etwas von der Sälze ausgelaugt wird, aber das Fleisch mit etwas Glück rötlich ist.

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