Der innere Schweinehund wird besiegt

Lussebullar2

Jedes Jahr vor Weihnachten ist der Plan,  die ganzen Vorbereitungen auf ein schwedisches Julbord wegzulassen. Wir könnten doch mal einen englischen Putenbraten oder französisches Schickimickiessen haben. Pustekuchen. Pepparkakor und Lussekatter ist ein muss. Das sowieso. Eine unsichtbare Kraft hat mich dann im Supermarkt dazu gezwungen, eine Flasche Malzbier fürs Weihnachtsbrot zu kaufen und einen Sauerteig anzusetzen. Zwar ist diese Variante nicht das Original, aber ich finde die Konsistenz vom Sauerteigbrot viel besser als das pappige Vörtbröd. Dann gab es aber eine Kalbshaxe im Angebot (wie oft kommt denn das vor?). Damit wäre der Weg frei zu dieser genialen Kalbssülze! (Das fertig gekochte Fleisch und die Brühe friere ich ein, um kurz vor Weihnachten die Sülze fertig zu stellen.) Und wenn der Eimer mit Pökellauge schon draußen vor der Tür steht (um Platz im Kühlschrank zu sparen), dann könnte ich genau so gut einen Schinken vorbereiten. Ich habe zwar keinen großen Braten gekauft, aber das Kotlettstück ohne Knochen will ich jetzt als Ersatz ausprobieren. Damit wird automatisch beim Kochen die Tunkbrühe entstehen – siehe Bemerkung unter Gewürzbrot. Köttbullar werde ich schon noch machen müssen, sonst gibt es Ärger. Und Fakt ist, ich habe eine Packung braune Bohnen im Schrank. Die Rollsülze ist schon ein Hammer, soll ich die auch noch machen? Hmm. Aber Leberpastete mache ich dieses Jahr nicht selbst. Es wird immer so viel davon. Soll es Fisch geben? Etwas Hering muss schon sein. Wenigstens Senfhering. Und Jansson. (Wichtig! Wenn irgendwo hier Ansjovis steht, dann ist es das schwedische Wort für das Produkt, das hier Appetitsild oder Skarpsill heißt.) Und ich sehe es schon vor mir: Wenn ich Schweinerippchen im Laden entdecke, dann werde ich ganz sicher zuschlagen. Sie werden mit weihnachtlichen Gewürzen eingerieben und im Ofen gegart, aber ich sehe schon, das Rezept fehlt hier. Dafür findet ihr das Rezept für Rote-Bete-Salat hier. Er darf ja auch nicht fehlen. Für Rotkohl / Blaukraut kann ich mir das Rezept sparen. Das findet ihr in jedem deutschen Kochbuch.

Der große Vorteil von all dem ist, dass das Weihnachtsessen schon vorher vorbereitet wird, und dass an den Feiertagen kein Kochstress entsteht. Man muss sich lediglich mit Salat und Grünzeug eindecken und das aufwärmen, was aufgewärmt gehört. So, und jetzt habe ich schon richtig Lust, für Weihnachten zu kochen.

Nachtrag: Dieses Jahr scheint der Adventskalender für Kinder im schwedischen Fernsehen ganz nett zu sein. Es geht um die arme kleine Selma, die mit einem verrückten Wissenschaftler den Weg ins Reich des Weihnachtsmann sucht. Hier geht es zum 1. Teil. Das ganze spielt „in alten Zeiten“, wobei „alt“ ganz oberflächlich wie 1910 oder so aussieht. Aber auch die ganz arme Familie hat einen Fernseher (!), und es gibt noch viele andere Ungereimtheiten. Trotzdem, ganz nett. Wer Schwedisch versteht, kann ja reinschauen.

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